Heft 5 / 2026

In der aktuellen Ausgabe ZKM Heft 5 (Erscheinungstermin: 15. Oktober 2026) lesen Sie folgende Beiträge und Entscheidungen.

05

Editorial

Röthemeyer, Peter, Liebe Leserinnen und Leser,, ZKM 2026, 191

Grundlagen Entwicklungen Methoden

Konfliktmanagement

Lerch, Marcus P. / Valdini, Christina, Hybride ADR-Verfahren als Bestandteil des Konfliktmanagements, ZKM 2026, 192-197

Hybride ADR-Verfahren verbinden unterschiedliche Streitbeilegungsmechanismen, um für den konkreten Streitfall eine möglichst passgenaue Lösung zu ermöglichen. Der Beitrag untersucht die Chancen und Risiken solcher Verfahrenskombinationen und zeigt anhand von Praxisbeispielen, welche Stolpersteine zu beachten sind.

Bürgerbeteiligung und Partizipation

Hoffmann, / Marschall, / Pentzold, / Feiler, / Kneuer, , Digitale Bürgerbeteiligung in deutschen Kommunen, ZKM 2026, 198-203

Digitale Bürgerbeteiligung gehört zunehmend zum Repertoire kommunaler Demokratie – und damit auch zum Gegenstand kommunalen Konfliktmanagements. Der Beitrag stellt zentrale Befunde des Forschungsprojekts “Erfolgsfaktoren lokaler E-Partizipation“ vor, das auf einer bundesweiten Befragung deutscher Kommunen basiert. Die Ergebnisse zeigen: Ob digitale Beteiligung gelingt, hängt weniger von der Wahl der Technologie als von organisatorischer Verankerung, kommunikativer Prozessgestaltung und verlässlicher Rückkopplung ab. Der Beitrag entwickelt daraus praxisorientierte Schlussfolgerungen für kommunales Konfliktmanagement: Beteiligung muss als Governance-Aufgabe verstanden werden, die klare Zuständigkeiten, ausreichende Ressourcen und eine konsequente Kommunikation über den gesamten Prozess – einschließlich Erwartungsmanagement und Ergebnisrückkopplung – erfordert.

Mediation

Böttger, Frank / Händel, Christiane / Hagel, Ulrich / Neufeld, Marc, Die Mediation aus Nutzersicht, ZKM 2026, 204-209

Der Beitrag analysiert die RTMKM-Nutzerumfrage von 2024 und vergleicht sie mit dem Evaluationsbericht der Bundesregierung von 2017. Die Nutzerperspektive bestätigt zentrale Befunde des Evaluationsberichts – etwa die insgesamt positive Bewertung der Mediation und das weiterhin ungenutzte Potential – zeigt jedoch deutlicher, welche praktischen Hürden der Nutzung entgegenstehen und welche Unterstützung sich Konfliktparteien wünschen. Dadurch wird sichtbar, dass weniger strukturelle Defizite als vielmehr fehlende Bekanntheit, Zugangswege und Anreize den Durchbruch der Mediation hemmen. Gleichzeitig ist festzustellen, dass Mediation in der Wirtschaft schon ein etablierter Bestandteil innerbetrieblicher Konfliktmanagement-Systeme ist.

Wirtschaftsmediation

Mensdorff-Pouilly, Franziska, Interessenkonflikte des Mediators: Die IBA Guidelines als Referenzrahmen, ZKM 2026, 209-213

In Österreich und Deutschland hat der Gesetzgeber ein Tätigkeitsverbot bei Interessenkonflikt (in unterschiedlicher Ausprägung) festgeschrieben, um die Unabhängigkeit und Neutralität des Mediators zu gewährleisten. Allerdings finden sich weder im Gesetz noch in der Rechtsprechung konkrete Anhaltspunkte, wie mit regelmäßigen Empfehlungen und Mandatierungen eines Anwalts, beruflicher Nähe des Mediators zu Parteienvertretern oder wiederholter Beauftragung durch ein Unternehmen umzugehen ist. In der Praxis hat dies eine uneinheitliche Herangehensweise zur Folge. Dieser Artikel bietet hierfür einen Lösungsansatz und schlägt die IBA Guidelines als Auslegungshilfe vor.

Verhandlungslehre

Kempkens, Oliver, Den Souverän an den Tisch bringen, ZKM 2026, 214-218

Steht einer Privatperson ein Souverän gegenüber, kehrt sich die Logik des Rechtsstreits um. Man kann ihn gewinnen und trotzdem leer ausgehen, weil sich das Urteil nicht vollstrecken lässt. Dann entscheidet nicht das Recht allein, sondern die Verhandlung, und das Gericht ist nur einer von mehreren Tischen. Der Beitrag entwickelt am öffentlich dokumentierten Verfahren Haya gegen Al Maktoum eine – auf andere Konfliktkonstellationen übertragbare – Architektur des Hebels für die schwächere Partei und verbindet sie mit dem Kern konsensualer Streitbeilegung, dem evaluativen Vergleichsverfahren. Behandelt werden Jurisdiktionsdesign, Informationsinstrumente einschließlich OSINT, das Spiel hinter dem Tisch, Beziehungskanäle, die Rolle des Anwaltsteams und die Ökonomie privater Prozessfinanzierung bei fehlender Vollstreckbarkeit.

Kommunikation und Prävention

Freimuth, Joachim, Sprechgattungen, Kipppunkte und Interventionen in frühen Konfliktphasen, ZKM 2026, 218-222

Der Text zeigt, wie Konflikte sprachlich entstehen und durch Dekonstruktion von Sprechformen sicht- und lösbar gemacht werden können. Besonders die frühen, oft übersehenen Phasen bieten Chancen für präventive Interventionen, bevor Eskalation und Vertrauensverlust einsetzen. Analysen von Textur, Subtext, Kontext und intertextuellen Bezügen eröffnen Möglichkeiten für Resonanz, Verstehen und kreative Konfliktbearbeitung.

Interview

Kommune unterstützt Konfliktinformation, ZKM 2026, 223-225

Wissenswertes

KI führt in die Schlichtung, ZKM 2026, 226

Obligatorische Schlichtung zwischen Wohnungseigentümern?, ZKM 2026, 226

Streitpunkt Arbeitszeugnis, ZKM 2026, 226

Neues Projekt zur Förderung der Familienmediation, ZKM 2026, 226-227

NRW plant Ombudsstelle im Landesantidiskriminierungsgesetz, ZKM 2026, 227

EU stärkt außergerichtliche Streitbeilegung bei Pauschalreisen, ZKM 2026, 227

Literaturschau

Fürst, Gerhart C., Diez/Krabbe/Engler: Werkstattbuch Mediation, ZKM 2026, 227-228



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