Heft 4 / 2026

In der aktuellen Ausgabe ZKM Heft 4 (Erscheinungstermin: 15. August 2026) lesen Sie folgende Beiträge und Entscheidungen.

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Editorial

Steffek, Felix / Zwickel, Martin / Engler, Karen, Reinhard Greger zum 80. Geburtstag, ZKM 2026, 131

Grundlagen Entwicklungen Methoden

Berlin, Christof, Schlichtung bei Pauschalreisen, ZKM 2026, 133-137

Der Beitrag untersucht, warum Reiseveranstalter trotz hoher Konfliktanfälligkeit von Pauschalreisen nur selten an Verbraucherschlichtungen teilnehmen. Er analysiert rechtliche Rahmenbedingungen, praktische Hemmnisse und zeigt Wege auf, wie die Schlichtung im Reiserecht gestärkt werden kann.

Gläßer, Ulla, Gerechtigkeits- und Fairnessaspekte in der Güterichter-Mediation, ZKM 2026, 138-144

Die Pilotstudie untersucht die bislang kaum erforschte Rolle von Gerechtigkeits- und Fairnessaspekten in der Güterichter-Mediation. Sie zeigt, dass diese häufig konfliktentscheidend sind und methodisch gezielt bearbeitet werden müssen. Entsprechende methodische Kompetenzen sind daher zentral für eine nachhaltige, von den Parteien getragene Konfliktlösung.

Kurzweil, Elisabeth, Gedanken zur Güterichterausbildung, ZKM 2026, 144-148

Vom 25.5.bis 28.5.2025 fand an der Deutschen Richterakademie in Wustrau eine Tagung mit dem Titel “Qualitätssicherung in der bundesweiten Ausbildung für Güterichterinnen und Güterichter“ statt. Beteiligt waren die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Dabei wurde festgestellt, dass die Ausbildung der Güterichter in den genannten Bundesländern sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Anlass genug, sich nach 13 Jahren Praxis des Güterichterverfahrens zu fragen, wie es um die Ausbildung der Güterichter steht – und was das über ihren Stellenwert und das Selbstverständnis der Justiz aussagt.

Mielke, Bettina, Generative KI und das Mediationsverfahren, ZKM 2026, 149-153

Der Beitrag untersucht die Einsatzmöglichkeiten generativer KI im Mediationsverfahren und ordnet sie technisch wie rechtlich ein. Er analysiert potenzielle Anwendungen in den einzelnen Mediationsphasen und bewertet deren praktische Tauglichkeit kritisch. Die Untersuchung zeigt, dass trotz erheblicher Potentiale sowohl die praktische Erprobung als auch die belastbare Evaluierung entsprechender Systeme bislang nur in Ansätzen vorliegen.

Odrig, Josephine, Konfliktlösung zwischen Staat und Bürger, ZKM 2026, 154-158

Behörden als Konfliktpartei in einem alternativen Konfliktlösungsverfahren – ein noch recht seltenes Szenario. Doch gerade in Bereichen, in denen staatliche Einrichtungen zivilrechtlich tätig werden und damit nur teilweise den strengen Restriktionen staatlichen Handelns unterliegen, können sich diese Verfahren durchaus etablieren. Unter welchen Rahmenbedingungen dies im Bereich nichthoheitlichen Handelns von Behörden möglich ist, soll im Folgenden aufgezeigt werden.

Plassmann, Michael, Verzahnung statt Wettbewerb, ZKM 2026, 158-164

Knapp 150 Jahre nach Inkrafttreten der ZPO steht die Justiz vor tiefgreifenden Herausforderungen: rückläufige Verfahrenszahlen, die Abwanderungen attraktiver Unternehmensstreitigkeiten in die Schiedsgerichtsbarkeit sowie eine dynamische Legal-Tech-Branche, die eine digitale und strukturelle Neujustierung der Verfahrensordnung erfordern. Der vorgeschlagene “Fünf-Punkte-Plan“ zeigt auf, wie gerichtliche und außergerichtliche Streitbeilegung als integriertes System gedacht und verfahrensrechtlich verankert werden kann, um die Justiz zukunftsfest auszurichten und die Interessen der Parteien stärker in den Fokus zu rücken.

Röthemeyer, Peter, Reinhard Greger und das Güterichterverfahren, ZKM 2026, 164-167

Seit dem 26.7.2012 verfügt die gerichtliche Mediation über eine Rechtsgrundlage in Gestalt des Güterichterverfahrens: “Das Gericht kann die Parteien für die Güteverhandlung sowie für weitere Güteversuche vor einen hierfür bestimmten und nicht entscheidungsbefugten Richter (Güterichter) verweisen. Der Güterichter kann alle Methoden der Konfliktbeilegung einschließlich der Mediation einsetzen.“ (§ 278 Abs. 5 ZPO und entsprechend in anderen Verfahrensgesetzen). Auf das in mancher Hinsicht bemerkenswerte Gesetzgebungsverfahren soll zurückgeblickt und die prägende Rolle von Reinhard Greger beleuchtet werden.

Schultzky, Hendrik, Die Rolle der gütlichen Streitbeilegung im Zivilprozess der Zukunft, ZKM 2026, 168-172

Kurz vor dem 150. Geburtstag der ZPO steht das Zivilprozessrecht an der Schwelle zur nächsten großen Reform. Der Rückgang der Eingangszahlen bringt den Modernisierungsbedarf deutlich zum Ausdruck. Im Mittelpunkt stehen Beschleunigung und Effektivierung des gerichtlichen Erkenntnisverfahrens. Es gilt allerdings auch, die Möglichkeiten einer vorgerichtlichen und gerichtlichen Streitbeilegung in den Blick zu nehmen.

Steffek, Felix, Forschung zur Vorhersage von Gerichtsentscheidungen durch künstliche Intelligenz, ZKM 2026, 172-177

Dieser Beitrag berichtet über aktuelle Forschung zur Vorhersage von Gerichtsurteilen durch künstliche Intelligenz. Der Fokus liegt auf der statistischen Bewertung der Qualität der Vorhersagen, dem Potential für den Zugang zum Recht und zur Konfliktlösung sowie den gegenwärtigen Grenzen der Modelle und der Verfügbarkeit von Daten. Schließlich wird das Cambridge Law Corpus vorgestellt, ein Datensatz, der die Forschung zum Einsatz künstlicher Intelligenz im Recht ermöglicht. Der Aufsatz ist Reinhard Greger zum 80. Geburtstag gewidmet, der Theorie und Praxis der Konfliktlösung durch innovative und ausgewogene Beiträge maßgeblich verbessert hat.

Zwickel, Martin, ADR und Gerichtsverfahren: Von der losen Verzahnung zur obligatorischen Vernetzung, ZKM 2026, 177-181

Ausgehend von Reinhard Gregers Modell der “Zahnräder“ zeigt der Autor, wie sich die Schnittstellen von Gerichtsverfahren und alternativer Streitbeilegung weiterentwickelt haben. Vor dem Hintergrund aktueller rechtsvergleichender und technologischer Entwicklungen schlägt er ein Modell integraler Vernetzung vor, das die Grenzen zwischen Justiz und ADR neu definiert. Beide Bereiche erscheinen dabei als dynamische Bestandteile eines modernen, digital gestützten Konfliktlösungssystems.

Wissenswertes

Ansturm auf Schlichtungsstelle für Versicherungskonflikte, ZKM 2026, 182

Fallstricke beim Stundenhonorar, ZKM 2026, 182

Justiz im europäischen Vergleich, ZKM 2026, 182

Wien: Vollstreckung eines Schiedsspruchs gegen Russland bestätigt, ZKM 2026, 183

ICC setzt neue Schiedsregeln 2026 in Kraft, ZKM 2026, 183

Kein Ausschluss des Rechtswegs durch unbestimmte Schlichtungsklausel, ZKM 2026, 183

KI in der Justiz, ZKM 2026, 183-184

Recht der elterlichen Sorge soll umfassend reformiert werden, ZKM 2026, 184

Österreichische Unternehmer sind schlichtungsfreudiger, ZKM 2026, 184

Was kostet eine Anwalts-Stunde?, ZKM 2026, 184

Literaturschau

Löer, Lambert, Jankauskis: Die Rolle des Gerichts im Rahmen des Prozessvergleichs, ZKM 2026, 185

Verlag Dr. Otto-Schmidt vom