Virtuelle Preisverleihung - mit Impulsen

Im Rahmen einer feierlichen Online-Veranstaltung wurden am 27. April 2021 die Mediationspreise 2020 der Centrale für Mediation verliehen. Der Sokrates-Preis ging an Dr. Tatyana Teplova von der OECD. Die Jury würdigte sie als "true role model" und hob ihren umfassenden auf Menschen ausgerichteten, integrativen Ansatz bei Rechts- und Justizdiensten hervor. Mit dem Mediations-Wissenschaftspreis wurde Dr. Clemens Bushart für seine Dissertation zu § 278a ZPO als Schnittstelle zwischen Gerichtsverfahren und außergerichtlicher Mediation ausgezeichnet. Der Förderpreis ging an Justus Duhnkrack.

Die Preiszeremonie war unter dem Leitmotiv "Möglichkeitsräume der Mediation" in ein inspirierendes Rahmenprogramm eingebettet, das den Blick auf die gesellschaftspolitische Dimension von Mediation richtete. Gastredner Prof. Dr. Aladin El Mafaalani verdeutlichte im Gespräch mit Prof. Dr. Lars Kichhoff, Juryvorsitzender und zugleich Moderator, dass eine gelungene Integration für die Gesellschaft nicht weniger, sondern mehr Konflikte hervorbringe. Und dass es derzeit noch an der Konfliktfestigkeit fehle, ohne die eine erweiterte Teilhabe nicht gelinge. Prof. Dr. Stephan Breidenbach hielt einen beeindruckenden Impulsvortrag zur Initiative German Zero, deren Ziel es ist, den Gesetzgeber durch die Bündelung zivilgesellschaftlicher Expertise bei der Umsetzung eines 1,5-Grad Klimaschutzgesetzes zu unterstützen.

Lars Kirchhoff im Gespräch mit El Mafaalani

Impulsreferat Breidenbach

 


 

Die Centrale für Mediation ist eine der größten Vereinigungen von Mediatoren/innen im deutschsprachigen Raum. Unser Anliegen ist die Förderung der Mediation und anderer Methoden konsensualer Streitbeilegung in allen gesellschaftlichen Bereichen.

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Nachrichten


Aktuell in der ZKM
von Harriet Weber, Dr. Nicola Grau und Johannes Brose

Komplexe Auseinandersetzungen zwischen oder innerhalb am Markt tätiger großer Unternehmen bergen im Falle einer langwierigen und kostspieligen gerichtlichen Klärung die Gefahr der Zerstörung mühsam geschaffener wirtschaftlicher Werte und damit einhergehend der Vernichtung von Existenzen. Ihre Beilegung durch Mediation fördert ein Umdenken der Konfliktbeteiligten und kann im Falle ihres Gelingens nachhaltig werterhaltend und sogar wertschöpfend sein. Dies haben die Autoren in den hier vorgestellten Praxisbeispielen erlebt.

Dabei steht und fällt das Finden einer konsensfähigen, konstruktiven und vielleicht sogar wertschöpfenden Lösung damit, dass den Besonderheiten dieser Konstellationen Rechnung getragen wird. Die Autoren stellen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse im Zusammenhang mit solchen Mediationen aus ihrer eigenen Praxis dar. Bemerkenswert ist dabei, dass die hier geschilderten Mediationen überwiegend im Rahmen von Güterichterverfahren durchgeführt wurden und damit zeigen, was Mediation auch bei Rechtsanhängigkeit der Konflikte leisten kann.

Im Anschluss an die BMJV-Online-Konferenz: "Stärkung der Mediation: Qualitäts- und Reputationssteigerung durch mehr staatliche Regulierung?" von Ende Mai dieses Jahres lädt das Bundesjustizministerium (BMJV) zu zwei Online-Veranstaltungen am 22.10.2021 und 16.11.2021 ein. Entgegen einer Anregung aus der Konferenz sieht das BMJV bewusst davon ab, eine personell begrenzte Arbeitsgruppe einzurichten. Vielmehr möchte das Ministerium mit den beteiligten Mediationskreisen seine Reformüberlegungen in einem transparenten und offenen Format erörtern.

Der ehemalige Fußballnationalspieler und heutige Spielerberater Karlheinz Förster, 63, klagt vor dem Landgericht Mosbach gegen Berater Murat Lokurlu auf Zahlung von 660.000 Euro, die ihm als Folge des 2014 gemeinsam vermittelten Transfers von Timo Werner zum VfB Stuttgart zustünden. Zur damaligen Zeit unterlag Förster als Spielerberater einem Wettbewerbsverbot, weil er erst kurz zuvor bei einer Agentur ausgeschieden war.

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