Zertifizierungs-Verordnung für Mediatoren

Mehr als vier Jahre nach Inkrafttreten des Mediationsgesetzes ist am 31. August 2016 die Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungs-Verordnung (ZMediatAusbV) vom 21.8.2016 im Bundesgesetzblatt (I. S. 1994) verkündet worden. Sie tritt am 1. September 2017 in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt ist es Mediatoren künftig unter näher geregelten Voraussetzungen erlaubt, die Bezeichnung zertifizierter Mediator zu führen. Voraussetzung ist eine Ausbildung im Umfang von mindestens 120 Präsenzzeitstunden. Die Ausbildungsinhalte werden im Anhang der Rechtsverordnung detailliert aufgelistet. Bestandteil der Ausbildung ist eine Einzelsupervision im Anschluss an eine als Mediator oder Co-Mediator durchgeführte Mediation. Ferner müssen zertifizierte Mediatoren in den zwei Jahren nach Abschluss ihrer Ausbildung zum Nachweis des Erwerbs von Praxiserfahrung an vier Einzelsupervisionen teilnehmen, jeweils im Anschluss an eine selbst als Mediator oder Co-Mediator durchgeführte Mediation. Die Fortbildungspflicht des zertifizierten Mediators umfasst 40 Zeitstunden alle vier Jahre.

Bereits im Januar 2014 hatte das BMJV einen Entwurf vorgelegt, zu dem sich verschiedene Fachkreise, Interessenvertreter und Berufsverbände teilweise kritisch äußerten. Die zentralen - teilweise sehr umstrittenen - Punkte wie die Grundkonstruktion der Zertifizierung und Ausbildungsumfang blieben gegenüber der Entwurfsfassung weitgehend unverändert. Neu ist vor allem die Verknüpfung von Zertifizierung und Praxisnachweis durch supervidierte Mediationen.

Zertifizierungs-Verordnung vom 21.8.2016 im Bundesgesetzblatt (BGBl. I. S. 1994)

Referentenentwurf Zertifizierungs-Verordnung vom 31.1.2014