Justizstandort Frankfurt: Positive Bilanz der neuen Commercial Courts

Hessens Justizminister Christian Heinz hat eine erste positive Bilanz zum Commercial Court am OLG Frankfurt und den Commercial Chambers am LG Frankfurt gezogen. Seit ihrer Aufnahme der Tätigkeit am 1. Juli 2025 sind rund 60 Verfahren eingegangen – ein deutliches Signal dafür, dass das spezialisierte Angebot für komplexe wirtschaftsrechtliche Streitigkeiten angenommen wird.

Die Streitwerte summieren sich auf etwa 840 Millionen Euro und reichen von 500.000 Euro bis zu rund 450 Millionen Euro. Die daraus resultierenden Gerichtsgebühren fließen vollständig in die Justizkasse; bei einem Streitwert von 1 Million Euro liegen sie beispielsweise bei rund 19.000 Euro.

Der Commercial Court am OLG Frankfurt am Main besteht aus zwei spezialisierten Wirtschaftssenaten, die bei entsprechender Parteivereinbarung erstinstanzlich verhandeln – auf Wunsch auch in englischer Sprache. Für Parteien, die diesen Weg nicht wählen, stehen am Landgericht Frankfurt sechs Commercial Chambers (drei Kammern für Handelssachen, drei Zivilkammern) zur Verfügung.

Für die Praxis der Streitbeilegung – gerichtlich wie außergerichtlich – zeigt sich damit ein klarer Trend: Die Nachfrage nach spezialisierten, international anschlussfähigen Foren für Wirtschaftsstreitigkeiten wächst.



Verlag Dr. Otto Schmidt vom 13.04.2026 15:19
Quelle: Hessisches Ministerium der Justiz und für den Rechtsstaat, PM v. 26.1.2026

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