Versicherungsombudsfrau: So viele Beschwerden über Versicherer wie noch nie

Bei der Versicherungsombudsfrau Sibylle Kessal-Wulf sind im vergangenen Jahr 28.904 Beschwerden beziehungsweise Eingaben zur Durchführung eines Streitbeilegungsverfahrens eingegangen – und damit mehr denn je. Im Vorjahr waren es nur 21.548. Eine als dramatisch zu bezeichnende Zunahme von 34,14 Prozent. Das zeigt der jetzt veröffentlichte Tätigkeitsbericht für das Jahr 2025. Auch auf der Internetseite der Versicherungsombudsfrau wird in roter Schrift davor gewarnt, dass bei neuen Anträgen mit längeren Bearbeitungszeiten zu rechnen ist.

Der Tätigkeitsbericht liefert auch eine Auflistung nach Produktsparten: Im Berichtsjahr war wie im Vorjahr die Rechtsschutzversicherung häufigster Streitgegenstand. Die Statistik weist 4.511 Fälle aus – gegenüber 3.369 im Vorjahr. Knapp dahinter folgt die Kfz-Kaskoversicherung mit 4.428 Beschwerden. Der Zuwachs vom Vorjahr (2.898) ist mit 52,80 Prozent besonders hoch. Ähnlich verhält es sich in der Kfz-Haftpflichtversicherung, die an vierter Stelle liegt.

Die Lebensversicherung, die vor zwei Jahren noch an erster Stelle stand, liegt 2025 nun an Rang drei. Auffällig hier ist der sehr geringe Zulauf im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Eingaben stieg gerade einmal von 3.189 auf 3.246. Auch in der Gebäudeversicherung wuchs die Zahl der Anträge nur unwesentlich. In allen anderen Produktbereichen nahmen die Beschwerden hingegen meist deutlich zu. Nicht berücksichtigt wird die Kranken- und Pflegeversicherung.

Die private Schlichtungsstelle Versicherungsombudsmann e. V. wurde 2001 von der deutschen Versicherungswirtschaft gegründet, um eine außergerichtliche Streitbeilegung zwischen Verbrauchern und Versicherungsunternehmen, insbesondere bei Streitigkeiten aus Versicherungsverträgen oder im Zusammenhang mit deren Vermittlung zu fördern.



Verlag Dr. Otto Schmidt vom 17.02.2026 09:51
Quelle: versicherungsombudsmann.de und dasinvestment.com v. 3.2.2026

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