Oberammergau wendet Rechtsstreit ab: Ausfallversicherung zahlt 9,5 Mio. Euro für abgesagte Passionsspiele

Die Gemeinde Oberammergau bekommt den Schaden, der ihr durch die Verschiebung der Passion von 2020 auf 2022 entstanden ist, in vollem Umfang ersetzt. Nicht nur das: Die „SRC Special Risk Consortium GmbH“ unter Führung der Munich Re Group (Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft) erkennt den Schaden an, überweist zudem dem Passionsspielort eine Summe von 9,5 Millionen Euro aus der Ausfallversicherung wegen der Corona-Pandemie.

Vorausgegangen waren diverse Verhandlungen, in denen über Telefon- und Zoomkonferenzen sämtliche Kostenstellen zwischen Gemeinde und Versicherung angeschaut und begründet wurden. Die Gemeinde ist froh über die erfolgreich verlaufenen Verhandlungen. Sonst hätte ihr ein jahrelanger Rechtsstreit gedroht. Die jetzt auf das Jahr 2022 verschobene Passion ist auch im Falle einer neuerlichen Pandemie noch mit 11,9 Millionen Euro abgedeckt. Zum Hintergrund: Die Ausfallversicherung war insgesamt auf 21,4 Millionen Euro abgeschlossen worden. Zieht man davon die Erstattung von 9,5 Millionen ab, verbleibt für 2022 eine Restsumme von 11,9 Millionen Euro.

Oberammergau hatte Glück im Unglück: Für die Passion 2020 hatte die Gemeinde noch vor Ausbruch von COVID-19 eine Ausfallversicherung abgeschlossen, in welcher expressis verbis Pandemien mitversichert waren. Genau das ist in vielen Klagen gegen Versicherungen höchst strittig, die derzeit vor deutschen Gerichten insbesondere von Hoteliers und Gastronomen geführt werden.


Verlag Dr. Otto Schmidt vom 20.10.2020 12:30
Quelle: www.merkur.de v. 16.10.2020

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