Mediation vorschnell für gescheitert erklärt: Streit gefährdet Zukunft der Loreley-Bühne

Ein juristischer Streit gefährdet die Zukunft der traditionsreichen Loreley-Bühne - schon in diesem Sommer erklingen dort deutlich weniger Konzerte. Nur die Rockband Tote Hosen (26. August), der Schlagersänger Roland Kaiser (21. August) und zwei weitere Events sind laut dem Pächter Ulrich Lautenschläger 2020 auf dem Felsplateau hoch über dem Rhein geplant.

"Früher waren es 14 bis 18 Veranstaltungen pro Jahr. Jetzt fehlt uns die Planungssicherheit", erklärt der Chef der Loreley Venue Management GmbH.

Hintergrund ist ein Streit um die Pacht für die Kleinstadt St. Goarshausen. Lautenschläger hat die Zahlungen nach eigener Aussage in den vergangenen drei Jahren um insgesamt rund 180.000 Euro gekürzt. Die Renovierung der denkmalgeschützten Freilicht-Bühne aus der NS-Zeit sei 2016 und 2017 in Verantwortung der Stadt St. Goarshausen großenteils mangelhaft geplant und ausgeführt worden. Der zweite Bauabschnitt sei auf unbestimmte Zeit verschoben worden. „Bis heute sind unsere Verwaltung und unsere Künstlergarderoben in uralten Containern untergebracht“, kritisiert Lautenschläger. Dabei habe seine Firma selbst mehrere Hunderttausend Euro investiert.

Die Beigeordnete von St. Goarshausen, Anna Maria Weisbrod, sagt, die Stadt habe die Loreley Venue Management GmbH wegen der ausstehenden Pacht verklagt. Die von Lautenschläger angeführten Baumängel würden von Behörden geprüft. Die Zahl von Konzerten sei nun zu gering. Laut Lautenschläger hat die Stadt ihm eine Kündigung für November 2020 angedroht. Weisbrod will sich dazu nicht äußern - der Rechtsstreit sei im nichtöffentlichen Teil einer Stadtratssitzung erörtert worden.

Lautenschläger sagt, eine vom Landgericht Koblenz vorgeschlagene Mediation habe die Stadt vorschnell für gescheitert erklärt. „Bei einer Kündigung würden wir mit einer einstweiligen Verfügung und einer Kündigungsgegenklage antworten“, sagt der Konzertveranstalter. „Das könnte sich dann über Jahre hinziehen.“
 


Verlag Dr. Otto Schmidt vom 17.03.2020 14:09
Quelle: www.saarbruecker-zeitung.de v. 5.3.2020

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