Lufthansa-Tarifkonflikt: Ein Mediator soll Brücken bauen

Die Gewerkschaft UFO bestreikte über die Feiertage die Lufthansa-Tochter Germanwings. Um Lohn und Arbeitszeit gehe es nur vordergründig, meint Tarifexperte Hagen Lesch. Er schlägt vor, einen Mediator einzuschalten.

Bereits die Streikankündigung der Flugbegleitergewerkschaft UFO ist auf scharfe Kritik gestoßen. Der Wirtschaftsexperte Hagen Lesch forderte im Inforadio beide Seiten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zudem schlug er vor, auf Mediation zu setzen - das helfe insbesondere, wenn die Akteure nicht gut miteinander könnten. „Ein Mediator muss Brücken bauen."

Es gehe nur vordergründig um Lohn, Arbeitszeit und betriebliche Altersvorsorge, so Lesch vomInstitut der deutschen Wirtschaft Köln. Tatsächlich gehe es darum, ob Lufthansa UFO als Gewerkschaft anerkenne. „Es geht auch um eine Machtfrage."

„Dieser Streik ist völlig überflüssig", befand Lesch. Er sei ein Ärgernis für die Kunden. Nach einer Mediation müsse man zu den Sachfragen kommen, andernfalls drohe ein langer Arbeitskampf. „Zunächst muss ein Mediator erst einmal mit den Parteien ausloten, ob sie überhaupt ernsthaft miteinander verhandeln wollen", sagte Lesch. Die Gewerkschaft brauche offenbar mehr Gewissheit, dass die Lufthansa sie als Verhandlungspartner ernst nehme. „Erst wenn das in einer Mediation geklärt worden ist, kann die eigentliche Schlichtung beginnen", sagte Lesch. Möglicherweise könne so die weitere Eskalation des Konflikts noch verhindert werden.
 


Verlag Dr. Otto Schmidt vom 07.01.2020 16:03
Quelle: www.inforadio.de v. 28.12.2019 + www.rp-online.de v. 27.12.2019

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