Italien wegen Gesetzentwurf zur verpflichtenden Familienmediation gespalten

Die Lega Nord hat im italienischen Senat die sogenannte Legge Pillon eingebracht, an der in ganz Italien vor allem Frauen auf die Barrikaden steigen. Der Gesetzeswurf geht zurück auf den Rechtsanwalt Simone Pillon, spezialisiert auf Familienmediation. Auf der Homepage seiner Kanzlei bewirbt er die außergerichtliche Schlichtung von familiären Streitigkeiten mit dem Hinweis, dass ihr im italienischen Familienrecht schon bald eine herausragende Bedeutung zukommen werde.

Der nach ihm benannte Gesetzentwurf „Legge Pillon“ sieht vor, dass Scheidungsverfahren bei Paaren mit minderjährigen Kindern zukünftig erst nach einer obligatorischen Familienmediation eingeleitet werden können. Sollte dabei das prioritäre Ziel, die Einheit der Familie zu erhalten, nicht erreicht werden, hat die Mediation die Aufgabe, einen Elternplan auszuarbeiten, der den Alltag der Kinder nach dem Prinzip der paritätischen Elternschaft regelt.

Entsprechend dem geteilten Sorgerecht soll der Unterhalt zukünftig direkt erfolgen, also jeder Elternteil die Kosten übernehmen, die in der jeweiligen Umgangszeit anfallen. Die Aufteilung der außerordentlichen Kosten soll in dem sogenannten Elternplan festgelegt werden. Dem Familiengericht käme nur noch die Aufgabe zu, das Ergebnis der Mediation rechtskräftig werden zu lassen.
 


Verlag Dr. Otto Schmidt vom 02.04.2019 16:29
Quelle: https://jungle.world

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