Ryanair erkennt Schlichtersprüche ab sofort rechtsverbindlich an

Ryainair erkennt als erste europäische Airline die Empfehlungen der deutschen Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) als verbindlich an. Das teilte die Fluggesellschaft jetzt mit. Ausnahme seien Kundenbeschwerden, „in denen eine grundsätzliche Rechtsfrage, die für die Bewertung der Streitigkeit erheblich ist, noch nicht geklärt ist", wie Marketingchef Kenny Jacobs am Donnerstagabend erklärte.

Die SÖP ist in Deutschland die gesetzlich anerkannte Schlichtungsstelle, bei der sich Reisende von Bahn, Bus, Flugzeug oder Schiff beschweren können. Wegen der Verspätungs- und Ausfallprobleme im Flugverkehr hat sich die Zahl der Beschwerden bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) im vergangenen Jahr verdoppelt. Mehr als 32.000 Schlichtungsanträge vor allem von Fluggästen gingen nach Angaben von SÖP-Geschäftsführer Heinz Klewe 2018 ein. Nach Angaben Klewes stieg im vergangenen Jahr auch die Zahl der abgeschlossenen Schlichtungsverfahren um 27 Prozent auf knapp 20.300. In 90 Prozent der Fälle habe eine außergerichtliche Streitbeilegung erreicht werden können.

Die SÖP ist von der Bundesregierung als Schlichtungsstelle für Bahn, Luftverkehr, Fernbus und Schiff anerkannt. Zum größten Teil geht es um eine Entschädigung bei Verspätungen oder Ausfällen von Flügen und Bahnfahrten. Mehr als 370 Verkehrsunternehmen beteiligen sich mittlerweile an dem Schlichtungsverfahren, das sie selbst finanzieren.

Das Einklagen von EU-Passagierentschädigungen war in den letzten Jahren zu einem Geschäft geworden. Zahlreiche private Agenturen nehmen verunsicherten Kunden die Anträge in klaren Entschädigungsfällen ab und verlangen dafür nicht selten zweistellige Provisionsmargen.
 


Verlag Dr. Otto Schmidt vom 20.03.2019 09:06
Quelle: www.airliners.de, www.n-tv.de

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