Sex-Skandal: Hatter SPD-Politikerin lehnt Mediation ab

Im Zivilverfahren zwischen den beiden SPD-Gemeinderatsmitgliedern Katja Radvan (44) und Oliver Toth (46) aus Hatten bei Oldenburg kommt jetzt ein medizinischer Sachverständiger zum Zuge. Er soll klären, inwieweit die Klägerin durch die im Zuge der Kommunalwahl 2016 hochgekochte Poppen.de-Affäre gesundheitlich beeinträchtigt worden ist.

Zur Erinnerung: Toth wird vorgeworfen, 2016 auf Poppen.de, einem Portal für sexuelle Kontakte, ein Fake-Profil über seine Parteikollegin angelegt zu haben. Katja Radvan verklagte den Parteikollegen deswegen auf 10 000 Euro Schmerzensgeld. Toth bestreitet, das Profil erstellt zu haben. In einem dem Zivilprozess vorgelagerten Strafverfahren hatte er trotzdem der Zahlung einer Geldauflage von 2000 Euro zugestimmt.

Das Zivilgericht prüft nunmehr, ob Katja Radvan Entschädigungsansprüche gegenüber der Gegenseite hat. Der Vorsitzende Richter wiederholte seine Einschätzung vom Beginn des Verfahrens im März 2018, dass wegen der schweren Verletzung der Persönlichkeitsrechte eine Geldentschädigung von 1500 bis 3500 Euro denkbar sei. Antwort auf die Frage, ob Toth auch Schmerzensgeld für gesundheitliche Folgen an Radvan zahlen muss, soll nun ein Gutachten geben.

Die Kosten dafür – bis zu 3000 Euro - muss die Klägerin vorschießen. Die Landgerichtskammer legte beiden Parteien als Alternative ein gerichtsnahes Mediationsverfahren nahe. Das lehnte die Klägerin allerdings nach einer Beratungspause ab. Ihr komme es gerade auf eine gerichtliche Entscheidung an, ließ sie über ihren Anwalt mitteilen.


Verlag Dr. Otto Schmidt vom 20.03.2019 09:02
Quelle: www.nwzonline.de

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