Amtsgericht Rotenburg: Mediation in 43 von 49 Fällen erfolgreich

Seit anderthalb Jahren forciert das Rotenburger Amtsgericht seine Bemühungen, Auseinandersetzungen nicht in einem klassischen Verfahren, sondern in Form einer gerichtsnahen Mediation abzuschließen. Mit Erfolg: Von 49 solcher Verfahren sind im vergangenen Jahr 43 erfolgreich beendet worden.

Die Zahl der Mediationsverfahren am Amtsgericht Rotenburg hat deutlich zugenommen, seitdem dieses Angebot in Rotenburg nicht mehr nur in Kooperation mit dem Gericht in Verden angeboten wird. Die räumliche Nähe zahlt sich aus. In Catharina Barré sowie Amtsgerichtsdirektor Joachim Kost stehen zwei ausgebildete Mediatoren zur Verfügung. Ihr Ziel ist es, in bereits laufenden Zivil- oder Familiengerichtsverfahren Lösungen von Konflikten zu erzielen, mit denen am Ende beide Parteien einverstanden sind und gut leben können. Dass die Gerichte überlastet sind, sei nicht der Grund, die Mediation voranzutreiben. Kost spricht vielmehr von einem „vernünftigen politischen Willen“.

Zugleich jedoch ist auch das Gericht ein Gewinner. Während man in einem neuen Verfahren mitunter bis zu drei oder vier Monate auf einen ersten Verhandlungstermin warten muss, ist eine Mediation meistens mit nur einem Termin abgeschlossen - und damit spätestens nach sechs Wochen erledigt.  Die Reaktionen der Betroffenen fallen sehr unterschiedlich aus, berichten die beiden Mediatoren. Manchmal sei Überzeugungsarbeit zu leisten, manchmal brauchten die Menschen etwas Bedenkzeit, um für sich zu klären, ob die Mediation für sie der richtige Weg ist. Das Angebot aber schafft ganz offensichtlich Nachfrage. Die Fallzahlen steigen in Rotenburg - und die Erfolgsquote ist mit 88 Prozent sehr hoch.
 

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 29.01.2019 15:10
Quelle: www.kreiszeitung.de

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