Dauerfehde zwischen Bürgermeister und Gemeinderat eskaliert trotz Mediation

In der Gemeinde Petershausen bei Dachau hatten Bürgermeister Marcel Fath und Gemeinderätin Inge Dinauer jahrelang ihre gegenseitige Abneigung öffentlich ausgetragen und bekämpft. In den vergangenen viereinhalb Jahren der Zusammenarbeit im Gemeinderat habe es immer wieder Auseinandersetzungen - teilweise auf "sehr unangenehme Art und Weise" - gegeben, beschwerte sich Fath kürzlich vor dem Strafrichter.

Fath hatte Dinauer wegen Hausfriedensbruchs angezeigt. Er sei regelmäßig "Vorwürfen und Kritik" ausgesetzt gewesen, wobei ihm Dinauer auch "unrechtmäßiges Handeln" unterstellt habe. Über die Ursachen der Vorwürfe, so der Bürgermeister, wolle er öffentlich nicht sprechen. Fest stehe, diese hätten "nichts mit dem Amt zu tun, sondern sind rein persönlicher Natur".

Unter "Einsatz eigenen Geldes und von Dritten" hätten sich Dinauer und Fath dann vor zweieinhalb Jahren einer professionellen Mediation unterzogen. Während er anschließend ein „positives Gefühl“ gehabt habe, habe ihm Dinauer aber schnell wieder mitgeteilt, dass ihr „negativer Eindruck von meiner Person“ zurück sei. Den Vorschlag der Gemeinderätin, sich einer weiteren Mediation zu unterziehen, habe er daher abgelehnt.

Den Gipfel erreichte der Streit dann im vergangenen Februar, als Fath im Rathaus die Grundzüge der Planung für ein konkretes Bauprojekt hatte besprechen wollen – mit Grundstückseigentümern, Planern, Verwaltungsmitarbeitern sowie dem zweiten und dritten Bürgermeister; explizit nicht eingeladen waren die beiden Gemeinderätinnen Dinauer sowie Lydia Thiel. Als die beiden Frauen dennoch erschienen waren und trotz Aufforderung nicht hatten gehen wollen, kam es zur Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Vor dem Amtsgericht Dachau gestand die 53-Jährige Dinauer schließlich ein: "Ich habe mich falsch verhalten. Ich hätte gehen sollen, es tut mir leid. Und ich möchte künftig einen friedlichen Umgang." Das Verfahren wegen Hausfriedensbruch wurde daraufhin eingestellt.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 16.01.2019 13:11
Quelle: www.merkur.de

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