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Mediations-Kongress 2007 in München

Mediation in Deutschland ist in ständiger Bewegung

Bereits zum 12. Mal trafen sich am 20. September Mediatoren aus den USA und Europa zum Mediations-Kongress, den die Centrale für Mediation (CfM) in diesem Jahr in Kooperation mit dem Centrum für Verhandlungen und Mediation (c-v-m) veranstaltete. In den altehrwürdigen Räumen der Ludwig-Maximilians-Universität München tauschten sich die über 190 Teilnehmer und Referenten aus den unterschiedlichsten Herkunftsberufen an zwei Tagen über innovative Ansätze in der außergerichtlichen Konfliktlösung aus. Schließlich hieß das Motto des diesjährigen Kongresses "Neue Methoden in der Mediation".

"Mediation setzt der Phantasie keine Grenzen - und ist vielleicht gerade deshalb erfolgreich", so Dr. Karen Engler, Leiterin der CfM, in ihrer Begrüßungsrede. Wie der Kongress anschließend zeigte, ist die Mediations-Szene in Deutschland in ständiger Bewegung. Bei der Weiterentwicklung bewährter Methoden und auf der Suche nach neuen Ansätzen ist die Gemeinschaft der Mediatoren gerne dazu bereit, über den eigenen Tellerrand zu blicken. So referierte Prof. Gerhard Wagner, LL.M., Universität Bonn, über den Nutzen und die Gefahren so genannter Heuristiken. Die Heuristikforschung als Schnittstelle zwischen Psychologie, Ökonomie und Jurisprudenz kann für die Mediationsszene insbesondere dort von Nutzen sein, wo es um eine Verringerung von Schwierigkeiten geht. Um komplexe Probleme mit vielen Unklarheiten zu entwirren, stellt man möglichst simple "Daumenregeln" auf.

Mediation hat seine Wurzeln in den USA und verleitet häufig zu einem Blick über den Atlantik. Der US-Amerikaner Bruce Patton, Mitbegründer des Harvard Negotiation Projekt und Co-Autor des Klassikers der Verhandlungstechnik "Getting to Yes", informierte die Kongress-Teilnehmer über die gegenwärtige Situation der Mediation in seinem Heimatland. Zudem demonstrierte James Pirrie, London, das Verfahren "Collaborative Law". Hierbei verhandeln die Parteien und ihre Anwälte ohne Mediator miteinander. Sobald der Streit aber in einem Gerichtsprozess mündet, müssen die Rechtsbeistände ihre Mandate aufgeben. Eine Methode, die auch in Deutschland langsam Fuß fasst. Ähnlich wie das etwas ältere Verfahren "Adjusted Winner Strategy". Hierbei handelt es sich um eine Methode, die insbesondere zur gerechten Lösung von Verteilungsstreitigkeiten, wie etwa Hausrats- oder Nachlassteilungen, eingesetzt werden kann.

Preisträger 2007
Der Veranstalter des Mediations-Kongresses 2007, die Centrale für Mediation, ist das bundesweit größte fachübergreifende Servicezentrum für professionelles Konfliktmanagement und verleiht seit dem Jahr 2000 regelmäßig zwei Mediations-Preise. Mit dem im zweijährigen Rhythmus verliehenen Sokrates-Preis für Mediation werden Persönlichkeiten, die als Mediator, Lehrer oder Wissenschaftler Herausragendes in der Mediation und im Konflikt-Management geleistet haben, ausgezeichnet. Diesjährige Trägerin des Sokrates-Preises ist Dr. Gerda Mehta. Die Österreicherin wurde für ihre außergewöhnlichen Verdienste um die interkulturelle Entwicklung der Mediation ausgezeichnet. Mehta ist durch zahlreiche Publikationen bekannt. Ihr unermüdliches Engagement gilt insbesondere der Verbreitung der Mediation in Kulturräumen wie zum Beispiel Russland, Indien, Rumänien.

Weiter wurde der mit 2.500 € dotierte Mediations-Wissenschafts-Preis 2007 verliehen. Dieser soll vor allem junge Wissenschaftler dazu ermuntern, die Mediation und ihre Grundlagen zu erforschen. Initiator und Förderer beider Preise ist die "Stiftung Apfelbaum - Lernprojekt für Ko-Evolution und Integration". In diesem Jahr wurde Ulrike Gläßer für ihre Dissertation "Mediation und Beziehungsgewalt" ausgezeichnet. Sie hat ein überzeugendes Konzept für ein in der Praxis bislang nicht befriedigend gelöstes Problem entwickelt.

Köln, 26. September 2007

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Bitte Beleg an: Centrale für Mediation,
Gustav-Heinemann-Ufer 58, 50968 Köln


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