Teure Konflikte auf der Führungsebene
Es kommt in Unternehmen häufig vor, dass Entscheider aus den Führungsetagen in Sachen Strategie und Konzeption unterschiedliche Ansichten vertreten.Nicht selten folgt auf eine anfängliche Kontroverse ein handfester Streit. Doch wehe, die Lage eskaliert und verwandelt sich in ein offenes Schlachtfeld!
„Derartige Zerwürfnisse in Betrieben können langwierige Gerichtsprozesse zur Folge haben und für enorme finanzielle Verluste sorgen“, so Dr. Karen Engler, Leiterin der Centrale für Mediation. „Von anschließenden Kürzungen im Personalwesen und immensen Imageschäden der Firmen ganz zu schweigen“. Um ebensolche Nachteile für alle Beteiligten zu vermeiden, setzen immer mehr Unternehmen auf die Wirtschaftsmediation. Diese alternative Konfliktlösung sorgt für schnelle, effiziente, kostensparende und zukunftsorientierte Auswege. Die Beteiligten sitzen unter Leitung eines Mediators zusammen an einem Tisch und erarbeiten gemeinsam eine Lösung, mit der beide Seiten leben können. Anders als in strikt geregelten Gerichtsverfahren, spielt die Aufarbeitung von zwischenmenschlichen Konflikten dabei eine sehr wichtige Rolle. Sie ermöglicht häufig erst ein befriedigendes und wirtschaftlich vernünftiges Ergebnis. So geschehen in einer gewichtigen Auseinandersetzung zwischen einer mittelständischen Familiengesellschaft und einem ihrer Geschäftsführer.
Das Unternehmen betrieb einen Lebensmittelgroßhandel und mehrere Restaurants, die allesamt von einem Geschäftsführer geleitet wurden, der selbst nicht an der Gesellschaft beteiligt war. Im Gegensatz zu den Familiengesellschaftern hatte er aber jahrzehntelange Gastronomieerfahrungen. Doch bewahrten ihn diese nicht vor einer derben Auseinandersetzung mit den fachfremden Mitinhabern des Unternehmens, die selbst in ihrem Großhandel geschäftsführend tätig waren. Dabei ging es um die mittel- und langfristigen Marktpositionierungen und Konzeptionen der Gastronomiebetriebe. Während der Geschäftsführer neue Wege gehen wollte - weg von der „gut bürgerlichen Küche“, hin zur Feinkost-Gastronomie - setzten die Gesellschafter auf Altbewährtes. Zuletzt stritten die Beteiligten sogar offen vor dem Personal.
Da die Gesellschafter den für sie finanziell unannehmbaren „Kriegszustand“ schnell beenden wollten und eine kurzfristige Trennung von dem Geschäftsführer für sie ein zu großes wirtschaftliches Risiko dargestellt hätte, suchten sie nach einer alternativen Lösung. Und diese fanden sie in der Wirtschaftsmediation. Zügig erhielten die Beteiligten einen Termin bei einem kompetenten Wirtschaftsmediator. Nach einem emotionsgeladenen Verfahrensbeginn stand schnell fest, dass die Gesellschafter - trotz zurückliegender Feindseligkeiten - gerne an ihrem Geschäftsführer festhalten wollten. Zu sehr schätzten sie seine Fachkompetenz. Und auch der Geschäftsführer wollte sich nicht unbedingt von seinem Job trennen. Also überschlugen beide Seiten unter Leitung und Mithilfe des Mediators alle möglichen wirtschaftlichen Lösungsoptionen und einigten sich schließlich auf ein findiges Modell in Form eines „Management-Buy-Outs“. Das heißt, den Erwerb eines Unternehmens durch das bisherige Management. Altgesellschafter und Geschäftsführer vereinbarten auf diesem Wege langfristige Pachtverträge und Kooperationen zwischen dem Lebensmittelgroßhandel und den Gastronomiebetrieben. Darüber hinaus entstand infolge der gut laufenden Geschäftsbeziehung ein weiteres Gemeinschaftsprojekt: Die ehemaligen Streithähne gründeten einen Feinkostspezialitäten-Großhandel, der sich rasant auf dem Markt etablierte. Ein gemeinsamer wirtschaftlicher Erfolg, mit dem Monate zuvor niemand gerechnet hätte.
Köln, im Dezember 2006
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Bitte Beleg an: Centrale für Mediation,
Gustav-Heinemann-Ufer 58, 50968 Köln

