Mietermediation als Konfliktlösungsmethode

Wohnungsunternehmen können sich langfristig keine ungelösten Mieterkonflikte leisten. Unzufriedene Mieter sorgen für Fluktuation, und neben  Mieterwechsel und Leerständen verursachen auch  Mietminderungen und Gerichtsverfahren erhebliche Kosten.

Deshalb kann es sich für Vermieter lohnen, nach Möglichkeiten einer alternativen Konfliktlösung zu suchen. 

"Meist sind Mieterkonflikte Ausdruck eines gestörten Verhältnisses innerhalb der Hausgemeinschaft," erklärt Dr. Karen Engler, Leiterin der Centrale für Mediation. Ruhestörungen, Fahrräder im Treppenhaus oder blockierte Parkplätze bilden zwar den jeweiligen Streitanlass, sind aber in Wirklichkeit nur die Spitze des Eisbergs. Die wirkliche Konfliktursache, eine gestörte Beziehungsebene und unterschiedliche Wertmaßstäbe, wird von den Beteiligten ausgeblendet. Hier setzt die Mietermediation an.  Mediatoren schauen hinter die vordergründigen Positionen, arbeiten die zugrundeliegenden Interessen heraus und erarbeiten mit den Beteiligten Lösungsoptionen.

Sehr oft sind Mieterwechsel und Integrationsschwierigkeiten des neu Hinzugekommenen in eine bestehende Mietergemeinschaft Auslöser für derartige Konflikte. Jede Hausgemeinschaft ist eine Gruppe mit eigenen Regeln. Langjährige nachbarschaftliche Beziehungen gehen mit der Entwicklung von Routine und Gewohnheiten einher. Neue Mieter bringen ihrerseits eigene Gewohnheiten mit, die die Nachbarn irritieren können. Der neue Mieter wird deshalb manchmal als Fremdkörper und Störfaktor in der Gruppe wahrgenommen. Die Kommunikation unter den Nachbarn kommt in diesen Fällen häufig fast völlig zum Erliegen. Vordergründig regt sich ein Wohnungsnachbar zum Beispiel darüber auf, dass der neue Mieter laute Musik hört, was im Haus bisher nicht üblich war. Die tatsächliche Ursache seines Unmuts ist aber vielleicht darin zu sehen, dass er  Schichtarbeiter ist, zu unregelmäßigen Zeiten schlafen muss und durch die ungewohnten Geräusche nicht einschlafen kann.

Die Mediation mit einer Hausgemeinschaft läuft typischerweise so ab, dass der Mediator zunächst In Einzelgesprächen die Sichtweisen jedes Beteiligten auslotet. In einer anschließenden Mieterversammlung können die Ergebnisse der Einzelinterviews dann zusammengefasst und  die  klärungsbedürftigen Punkte benannt werden. Der nächste Schritt besteht darin, dass die Mieter ihre Interessen darlegen und gemeinsam Lösungsoptionen gesammelt werden. Über diese wird sodann verhandelt und der gemeinsam erarbeitete Kompromiss zum Schluss in einer Vereinbarung zusammengefasst. Die Mietergemeinschaft hat so die Möglichkeit, selbst eine Lösung zu erarbeiten, in der jeder seine Interessen beachtet sieht. Sie kann neue Regeln für das Zusammenleben aufstellen, die von allen getragen werden.

"Gewerbliche wie private Vermieter greifen immer häufiger auf das Konzept der Mietermediation zurück," so Dr. Karen Engler. "Professionelles Konfliktmanagement kann helfen, gestörte Mietverhältnisse zu befrieden und die Kosten, die ein eskalierter Mieterkonflikt produzieren würde, zu minimieren."


Köln, im November 2006

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Bitte Beleg an: Centrale für Mediation,
Gustav-Heinemann-Ufer 58, 50968 Köln


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