Konflikte in Unternehmen
Mediation hilft Mitarbeitern und FührungskräftenKonflikte in Unternehmen spielen sich oftmals auf mehreren Hierarchie-Ebenen ab. Vielfach ist es nicht allein der Umgang der Mitarbeiter untereinander, der Probleme aufwirft, sondern die Schwierigkeiten beginnen bereits auf der Führungsebene. Mit manchmal schwerwiegenden Folgen: Ein schlechtes Betriebsklima führt nicht selten zu einer ineffizienteren Zusammenarbeit und zu sinkender Produktivität. Die Centrale für Mediation berichtet über einen Fall, in dem infolge innerbetrieblicher Streitigkeiten sogar die Schließung einer ganzen Niederlassung drohte, die aber durch ein erfolgreiches Mediationsverfahren noch abgewendet werden konnte:
Ein Logistikzentrum befand sich schon längere Zeit in einem umfassenden Umstrukturierungsprozess. Dieser war mit Veränderungen der Organisations- und Führungsstruktur verbunden. Die geplanten Umgestaltungen ließen sich nur sehr schleppend umsetzen, da es in der Firma immer wieder zu massiven Auseinandersetzungen kam. Konfliktpotenzial gab es reichlich: Die Mitarbeiter beklagten das schlechte Betriebsklima, die Führungskräfte beschwerten sich über einen ineffizienten Einsatz der Arbeitskräfte, und die Arbeitszeiten entsprachen nicht mehr den betrieblichen Erfordernissen.
Der Leiter des Zentrums war für mehrere Betriebe verantwortlich und selten vor Ort. Die beiden Abteilungsleiter „Versand“ und „Kommissionierung“ hatten ein gespanntes Verhältnis zueinander und massive Abstimmungsprobleme. Diese Konflikte wirkten sich zunehmend auf die Mitarbeiter aus. Vereinzelte Konfliktherde breiteten sich schleichend aus, bis sich die Beschäftigten der beiden Abteilungen in zwei Lagern gegenüber standen. Als letztlich kaum noch eine Zusammenarbeit möglich war, sollte ein Mediatorenteam helfen.
Zu Beginn des Verfahrens listeten die Mediatoren zunächst die Hauptstreitpunkte auf. Dabei wurde der Umgang zwischen Führungskräften und Mitarbeitern als das eigentliche Kernproblem identifiziert, das es zu lösen galt. Im Zuge des Mediationsverfahrens stellte sich heraus, dass die beiden zerstrittenen Abteilungsleiter nach unterschiedlichen Organigrammen arbeiteten, die während der Umstrukturierungsmaßnahmen in Umlauf gewesen waren. Der Leiter des Versands definierte seinen Aufgabenbereich nach einem überholten Organigramm, nach dem er der Vorgesetzte des Leiters Kommissionierung - und damit für dessen Arbeit mitverantwortlich - war. Dieser legte dagegen das aktuelle Organigramm zugrunde, nach dem beide auf einer Hierarchieebene standen. Zahlreiche Konflikte zwischen den beiden Führungskräften hatten ihren Ursprung in diesem grundlegenden Missverständnis.
In einem Klärungsgespräch auf Leitungsebene entwickelten der Betriebsrat und der Leiter des Logistikzentrums gemeinsam mit den beiden Abteilungsleitern Lösungen für eine künftige bessere Zusammenarbeit. Außerdem wurden zur Verbesserung des Umgangs zwischen Führungskräften und Mitarbeitern wöchentliche Teambesprechungen, monatliche Abteilungsbesprechungen sowie flexiblere Arbeitszeiten eingeführt. Ein Jahr nach der Mediation konnten nachhaltige Verbesserungen festgestellt werden: Mitarbeiterzufriedenheit und Produktivität hatten eine enorme Steigerung erfahren, und der Standort war gesichert.
Köln, im September 2006
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Bitte Beleg an: Centrale für Mediation,
Gustav-Heinemann-Ufer 58, 50968 Köln

