"Es gibt nur Gewinner!"

Mediation im Sport- und Kommunalbereich

Sport soll die Menschen verbinden. Doch Fairness und Sport gehen nicht immer Hand in Hand, wie jeder Schieds- und Ringrichter weiß. In Zeiten leerer Kommunalkassen müssen Vereine häufig näher zusammenrücken und sich Sportanlagen teilen. Ein Nährboden für Neid, Streit und Intrigen unter Konkurrenten. Für eine Lösung „unter Sportsfreunden“, bei der es nur Gewinner gibt, kann der Mediator sorgen.

Die Mediation erschließt zurzeit mit dem Sport ein weiteres gesellschaftliches Feld. Zu ernten gibt es reichlich, denn die brisante Haushaltslage vieler Kommunen und die Konkurrenz der Vereine um die knappen finanziellen Ressourcen bergen viel Konfliktpotenzial: Sport-Clubs streiten um die Platzbelegung, um das Vereinsheim der gemeinsam genutzten Sportanlage oder über das gegenseitige Abwerben von Sponsoren und Jugendspielern. So entstehen Grabenkämpfe, mit denen sich irgendwann die Gemeinde-Vertretungen und Sportämter auseinandersetzen müssen. „Kommunen sind gut damit beraten, die konstruktive Konfliktbearbeitung durch Mediatoren zu nutzen“, so Dr. Karen Engler von der Centrale für Mediation (CfM). „Am Ende gibt es nur Gewinner!“ Ein Ergebnis, das im Sport nicht selbstverständlich ist.

Ein Beispiel erfolgreicher Sportmediation wird aus dem hessischen Hattersheim berichtet: Zwei Vereine teilten sich dort eine Sportanlage mit einem Rasenplatz, zwei Hartplätzen, einem Vereinsheim und einem Nebengebäude mit Umkleidekabinen. Beide Clubs hatten ihre Nutzungsrechte jeweils mit der Stadt vertraglich geregelt. Doch die Absprache der Trainings- und Wettkampfzeiten funktionierte nicht reibungslos. Auch die Art und Weise der Nutzung und die Pflege der Anlage durch die Mitglieder beider Vereine sorgten für Streitereien. Angeheizt wurde die Lage noch durch gegenseitige Abwerbeversuche im Jugendbereich. Als einer der Vereine Bandenwerbung in Werbezonen montieren ließ, die laut Regelung mit der Stadt eigentlich dem anderen Club zugewiesen waren, eskalierte der Konflikt. Die Fronten waren verhärtet, und die Stadt suchte Hilfe bei dem Mediatoren-Team Hans-Jürgen und Svea Rojahn von Inbalance-Mediation in Hattersheim.

Die Mediatoren bemühten sich zunächst darum, Vertrauen und gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Das war nicht einfach, denn beide Vereine fühlten sich von ehemaligen Vorstandsmitgliedern - den Urvätern des jahrelangen Konfliktes - unter Druck gesetzt, nicht nachzugeben. Nachdem die Clubs mit Hilfe der Mediatoren ihre jeweilige Sichtweise dargelegt hatten, wurde deutlich, dass sich einer der Vereine durch „verbriefte Rechte“ aus der Vergangenheit benachteiligt fühlte und bestehende Verträge zu Platznutzung  und Werbung gerne überprüfen und erneuern wollte.  Nach umfassender Darstellung der unterschiedlichen Standpunkte  konnte die Sachlage übereinstimmend geklärt werden. Sodann wurden mit beiden Vereinen die gegenseitigen Interessen herausgearbeitet. Trotz der emotionsgeladenen Sitzungen gelang es den Mediatoren, schrittweise für einen Perspektivwechsel auf beiden Seiten zu sorgen. Langsam entstand gegenseitiges Verständnis, und das Klima der Kommunikation und Kooperation verbesserte sich.

Schließlich konnten gemeinsam Lösungen entwickelt werden, mit denen die Streitparteien vorher nie gerechnet hätten: So wurde beschlossen, Platznutzung und Verteilung der Werbeflächen neu zu regeln. Eine gemeinsame Baukommission sollte für Sanierungsmaßnahmen sowie für Ordnung und Sauberkeit auf der Anlage sorgen. Und beide Clubs gründeten gemeinsam einen dritten Verein, der sich ausschließlich der Jugendarbeit widmen sollte, um so der gegenseitigen Abwerbung von Jugendspielern vorzubeugen. Ein sportliches Ergebnis mit zwei Gewinnern!


Köln, im Mai 2006

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Bitte Beleg an: Centrale für Mediation,
Gustav-Heinemann-Ufer 58, 50968 Köln


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