Giftattacke auf Vorgesetzten nach abgebrochener Mediation

Eine frühere Mitarbeiterin des Kosmetikkonzerns Beiersdorf ist vom Amtsgericht Hamburg wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt worden.

Die 61-Jährige hatte ihrem Vorgesetzten heimlich Medikamente in den Kaffee geschüttet, weil sie nicht mit ihm zurechtkam. Zwischen den beiden schwelten seit langem Konflikte, weshalb der Arbeitgeber Beiersdorf ihnen schon einmal eine Mediation angeboten hatte. Als diese scheiterte, überließ man die Konfliktparteien aber wieder sich selbst. Die Frau sei so überfordert gewesen, dass sie den Kollegen nur noch loswerden wollte, sagte der Richter. Deshalb schlich sie sich drei Mal in sein Büro und tröpfelte ihm ein Antidepressivum in den Kaffee.

Der Mann aber bemerkte, dass an seinem Kaffee etwas seltsam war. Ihm fielen braune Flecken auf dem Milchschaum auf. Argwöhnisch geworden, installierte er eine Videokamera in seinem Büro - und überführte die Kollegin. Die 61-Jährige ist ihren Job seither los. Sie hatte fast 40 Jahre bei Beiersdorf gearbeitet. Der Richter kritisiert in seinem Urteil auch die Verantwortlichen in dem Konzern: Diese hätten sich nach der gescheiterten Mediation weiter um den Konflikt zwischen der Mitarbeiterin und ihrem Vorgesetzten kümmern müssen.
 

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 19.12.2018 11:32
Quelle: www.ndr.de

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