Gründe für die zurückhaltende Anwendung von ADR-Verfahren im Bauwesen erforscht

Unter dem Titel „Ursachen der Bevorzugung von Gerichtsverfahren gegenüber der außergerichtlichen Streitbeilegung durch die Streitparteien im Bauwesen“ wurden jüngst die Ergebnisse eines Forschungsberichts im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Außergerichtliche Streitbeilegung in der Bau- und Immobilienwirtschaft e.V. (DGA-Bau) veröffentlicht, der vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erstellt wurde.

Prof. Shervin Haghsheno, Direktor des Instituts für Technologie und Management im Baubetrieb (TMB) am KIT, stellte fest, dass vor allem fehlende Kenntnisse und Erfahrungen sowie fehlende Kompetenzen im Umgang mit ADR-Verfahren die Streitparteien zum Gericht führen, auch 2017 wieder in über 100.000 Fällen und zusätzlich in Mietstreitigkeiten in über 240.000 Fällen. Auf Basis der Ursachenanalyse werden im Forschungsbericht Handlungsempfehlungen an den Gesetzgeber, an die Berufsverbände und -vereinigungen von Bauherren, Bauplanern, Bauunternehmern und Baujuristen sowie an die potenziellen, bisher noch zurückhaltenden Anwender von außergerichtlichen Streitbeilegungsverfahren beim Planen, Bauen und Betreiben von Bauten und Anlagen gegeben.

Prof. Claus Jürgen Diederichs, Vorsitzender des Vorstands der DGA-Bau, Berlin, erklärt bei der Übergabe des Forschungsberichts: „Angesichts der Effizienzvorteile von ADR-Verfahren im Hinblick auf Verfahrensdauer und Verfahrenskosten, den Erhalt der Geschäftsbeziehungen, die Nichtöffentlichkeit des Verfahrens, die Auswahl der Streitlöser durch die Konfliktparteien selbst und deren baurechtliche und baubetriebliche Expertise dürfen fehlende Kenntnisse über die ADR Verfahren und fehlende Kompetenzen hinsichtlich des außergerichtlichen Umgangs mit Konflikten künftig keine Rechtfertigung mehr finden".
 

  • Die Ergebnisse der Studie sowie Maßnahmen zur Effektiven Beseitigung der Anwendungshemmnisse außergerichtlicher Streitbeilegung werden in der aktuellen Ausgabe der ZKM (5/2018, 170 ff.) vorgestellt.
  • Der ausführliche Forschungsbericht steht als Download unter www.dga-bau.de und www.tmb.kit.edu zur Verfügung.
     

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 06.11.2018 16:35
Quelle: Presseerklärung DGA Bau e.V. vom 22.10.2018

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