Worauf Fluggäste nach dem Ryanair-Aus in Bremen achten müssen

Die Bremen-Basis von Ryanair schließt zum 5. November. Ab dem 28. Oktober gilt für den Bremer Airport der Winterflugplan. Dieser muss nun angepasst werden. Konkret heißt das:

Ryanair zieht seine zwei Flugzeuge aus Bremen ab und schließt die Basis in der Hansestadt. Zahlreiche Flugverbindungen entfallen. Die verbleibenden Flüge sollen durch Maschinen aus dem Ausland durchgeführt werden. Laut Ryanair wurden bereits alle betroffenen Passagiere per Mail oder SMS über die Flugannulierung informiert. Sie haben nun die Möglichkeit ihren Flug umbuchen zu lassen oder eine Kostenrückerstattung zu beantragen. Dies ist online möglich.

Die annullierten Flüge infolge der Schließung der Bremen-Basis von Ryanair seien grundsätzlich zu behandeln wie Flüge, die aus sonstigen Gründen abgesagt werden, sagt Nicole Mertgen, Referentin für Recht bei der Verbraucherzentrale Bremen. Die Fluggäste haben laut EU-Verordnung (EG) Nr. 261/2004 Anspruch auf die Rückerstattung der Flugkosten oder eine Umbuchung, sowie gegebenenfalls eine Entschädigung. Wurden die Verbindungen mindestens zwei Wochen vor Abflug abgesagt, bestehe lediglich das Anrecht auf die Rückerstattung der Flugkosten. Letztere müsse innerhalb von sieben Tagen erfolgen.

Erfolgt von Ryanair nach Antrag keine Rückmeldung, sei es möglich, sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) zu wenden. Diese setzt sich für eine außergerichtliche Streitbeilegung in dem jeweiligen Einzelfall ein. "In dem Moment, in dem man bei der Fluggesellschaft nicht weiterkommt, kann man sich dahin wenden", sagte Mertgen dem Weser Kurier. Im Gegensatz zu einem Gerichtsverfahren sollen dem Verbraucher in diesem Fall keine Kosten entstehen.

Wurde der Flug kurzfristig annulliert und die Fluggesellschaft reagiert nicht auf den Antrag des Passagiers, sei es möglich, eigenständig einen Flug neu zu buchen und sich das Geld anschließend wiederzuholen, erklärt Mertgen. Wichtig dabei ist: Die Umbuchung muss der Fluggesellschaft unverzüglich mitgeteilt werden und verhältnismäßig sein. Das bedeutet, ein Upgrade in die erste Klasse einer anderen Fluggesellschaft geht nicht. Daher sei es ratsam sich vorher beraten zu lassen. Eine Anlaufstelle kann die Verbraucherzentrale sein. Das sei wichtig, "um sich im Vorfeld abzusichern und rechtliche Möglichkeiten nicht zu verbauen", sagt Mertgen. Bei einer eigenständigen Umbuchung trägt der Passagier nämlich zunächst die Kosten. Zwar könne er diese von der Fluggesellschaft zurückfordern, im Zweifelsfall müsse das aber vor Gericht geklärt werden.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 24.10.2018 11:08
Quelle: www.weser-kurier.de

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