Italien: Verpflichtende Mediation vor der Trennung?

Die Lega Nord hat einen Gesetzentwurf zur Reform des Sorgerechts für die Kinder nach einer Trennung vorgelegt, über den derzeit in der Justizkommission des Senats verhandelt wird.

Der Gesetzentwurf soll eine "Deregulierung" der Familie zur Folge haben, sieht jedoch gleichzeitig vor, dass die Kinder sich nach der Trennung in jedem Fall je zur Hälfte bei beiden Eltern aufhalten müssen, mindestens aber zwölf Tage bei jedem Partner. Außerdem soll eine verpflichtende Mediation vor der Elterntrennung eingeführt werden.

"Dieser Gesetzentwurf ist eine Zumutung, er berücksichtigt nur die Anliegen der Väter in einer Trennung und würde eine eklatante Benachteiligung von Müttern und Kindern mit sich bringen", so Senatorin Julia Unterberger in einer Stellungnahme. Außerdem würde die verpflichtende Mediation nur zu einer verzögerten Lösung für eine oft unerträgliche Situation des Zusammenlebens führen. Bereits jetzt versuchen Anwälte und Richter eine Trennung möglichst einvernehmlich zu gestalten. In den häufig vorkommenden Fällen von häuslicher Gewalt kann jedoch niemandem eine Mediation zugemutet werden. Das Anliegen eine paritätische Aufgabenteilung zwischen den Eltern herzustellen teile ich voll und ganz, diese Aufgabenteilung muss aber am Beginn der Elternschaft gefördert werden, nicht erst nach der Trennung. Die nötigen Maßnahmen hierzu können von den skandinavischen Ländern kopiert werden, die eine ganze Reihe von Väterforderungen angewandt haben“, erklärt SVP-Senatorin Julia Unterberger.
 

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 18.09.2018 13:37
Quelle: www.suedtirolnews.it

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