Erster Verbraucherschlichtungsbericht: Schlichtungsanträge steigen um 11 Prozent

Erstmalig veröffentlicht das Bundesamt für Justiz einen Verbraucherschlichtungsbericht, um Rechenschaft darüber abzulegen, wie das vor zwei Jahren in Kraft getretene Verbraucherstreitbeilegungsgesetz in der Praxis angenommen wird. Dabei deutet sich sowohl bei der Anzahl der Schlichtungsstellen, als auch hinsichtlich der Zahl der Schlichtungsanträge ein positiver Trend ab.

So lagen letztere im Jahr 2016 bei 61.694, im Jahr 2017 bei 68.538 – ein Anstieg von 11 Prozent.

Bundesjustizministerin Katarina Barley freut sich: „Schnell, einfach, kostengünstig: Schlichtung ist bei Verbraucherstreitigkeiten eine gute Alternative zum gerichtlichen Verfahren. Die aktuellen Antragszahlen zeigen, dass immer mehr Verbraucher/innen und Unternehmen von dem neuen Schlichtungsangebot profitieren.“ Für Unternehmen sei die Verbraucherschlichtung eine gute Möglichkeit, ihre Serviceorientierung auszubauen und ihre Kundenbeziehung zu stärken. Schlichtung sei immer eine Win-win-Lösung. „Ich werde mich für eine Ausweitung des guten Angebots an Verbraucherschlichtung und die Erhöhung ihres Bekanntheitsgrads einsetzen“, verspricht die Bundesjustizministerin.

In dem Verbraucherschlichtungsbericht werden die 25 Schlichtungsstellen näher vorgestellt. Das Bundesamt für Justiz ist übrigens selbst behördliche Schlichtungsstelle des Luftverkehrs. In der Presse wird im Übrigen kritisiert, dass bei weitem nicht alle Unternehmen und Branchen mitmachen. So berichtet die TAZ, dass sich Post- und Handelsunternehmen mit dem Verweis auf Kulanzregelungen aus der Schlichtung davonstehlen. Deshalb bleibe die erste Bilanz zwiespältig.

Den Verbraucherschlichtungsbericht finden Sie hier. Eine ausführliche Analyse demnächst in der ZKM.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 17.07.2018 15:21
Quelle: www.bmjv.de und www.taz.de

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