Lachszucht soll Talsperrenwasser abgedreht werden - Oberbürgermeister schlägt Mediation vor

An der Hasper Talsperre nahe der Stadt Hagen schwelt ein Konflikt zwischen den Lachszüchtern und dem Trinkwasserversorger Mark-E. Obwohl in das Hasper Bachtal jährlich acht Millionen Kubikmeter Wasser aus der Talsperre zufließen, von denen nur etwa 250 000 Kubikmeter für die Lachse abgezweigt werden, befürchtet der Trinkwasserversorger um die Reinheit des Wassers für die Hagener Bürger. Bei der Lachszucht handelt es sich um ein Öko-Projekt, das der Wiederansiedlung des Fischs in europäischen Gewässern dient.

Der Trinkwasserversorger und der Lachszuchtverein hatten sich ursprünglich per Vertrag auf einen Zufluss von zwei Liter/Sekunde aus dem Stausee geeinigt. Mittlerweile benötigen die Lachse aber 8 Liter pro Sekunde. Der Streit eskalierte, als der Trinkwasserversorger für 40.000 Euro eine Anlage installierte, um den Lachszüchtern das Wasser abdrehen zu können.

Klarheit und Frieden soll jetzt ein Mediationsverfahren bringen. Dabei dürfte vor allem die Frage im Mittelpunkt stehen, ob die jetzige Rohwasserabgabe an die Lachszuchtstation tatsächlich die Trinkwasserversorgung in Hagen gefährden könnte. Aufsichtsratschef der Trinkwasserversorgung und Oberbürgermeister Erik O. Schulz hat angekündigt, einen geeigneten „Mediator“ vorzuschlagen. Medienberichten zufolge sind der ehemalige Hagener Superintendent Bernd Becker sowie der Kommunalberater Jens Stachowitz, der schon in Hohenlimburg beim Streit um die Amprion-Stromtrasse als Vermittler unterwegs war, potenzielle Kandidaten.

Zum juristischen Hintergrund: Zwar schreibt die europäische Wasserrahmenrichtlinie den Betreibern von Talsperren eine Wassermindestabgabe vor, die diese in die angrenzenden Gewässer abfließen lassen müssen. Das Wasser, das die Lachszüchter nutzen und im Anschluss in den Hasper Bach abfließen lassen, entspricht nicht einmal zur Hälfte diesem heutigen Wasserführungsgebot. Allerdings genießt die Mark-E als Betreiber der Hasper Talsperre ein Sonderprivileg aus dem Jahr 1904. Danach muss diese keinen einzigen Tropfen an den Hasper Bach abgeben.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 02.05.2018 12:26
Quelle: www.wp.de

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