Wirbel um Mediation bei Großbauprojekt in Wien

Mediation hilft, Konflikte zu lösen, nicht neue entstehen zu lassen. Wenn aber bereits die Beauftragung des Mediators anrüchig ist, trägt dies nicht zur Befriedung bei. Das kann man exemplarisch an einem aktuellen Fall in Wien beobachten.

Dort war ein großvolumiges Bauprojekt in der Dittelgasse im 22. Bezirk von Anrainerprotesten begleitet. Die tragenden gemeinnützigen Bauträger, Siedlungsunion, die Wohnbauvereinigung der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst und die Wohnbauvereinigung für Privatangestellte, setzten auf einen Mediationsprozess. Allerdings startete dieser erst, als wesentliche Genehmigungen für den Bau bereits vorhanden waren. Mit der Mediation wurde das Unternehmen 2move beauftragt. Brisant daran: Die Eigentümerin Karin Schubert ist die Tochter der SPÖ-Gemeinderätin Ingrid Schubert, die gleichzeitig als Vorstand der Siedlungsunion fungiert. Das Auftragsvolumen soll sich auf etwa 100.000 Euro belaufen haben.

Die Mediation bewirkte überschaubare Effekte: So wurde etwa ein größeres Treffen mit Anrainern organisiert und eine projektbezogene Internetseite erstellt. Jetzt streitet die Politik darüber, aus welchem Topf die Mediationskosten beglichen werden sollen. Die Bauträger wollen die Kosten im Rahmen der Wohnbauförderung geltend machen. Letztlich würden damit die Bewohner der Anlage mit ihren monatlichen Mieten das Geld für den Auftrag bezahlen.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 16.04.2018 14:30
Quelle: www.unzensuriert.at

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