Uni-Klinik Düsseldorf: Mediator gibt Hoffnung fast auf

In der Uni-Klinik Düsseldorf geht nur noch wenig zusammen. Medienberichten zufolge lähmen Streits und Streiks das Krankenhaus. Das Management wirft dem nicht-wissenschaftlichen Personalrat unternehmensschädliches Verhalten vor. Dieser blockiere nahezu alles, von Stellenausschreibungen bis hin zu Investitionen in neue Geräte. Fünf Mal im Monat gehe es zur Schlichtung ins Ministerium, berichtet die Rheinische Post. Zuletzt wollte der Personalrat die neuen Schichtpläne gerichtlich verbieten lassen.

Dazu kommt: Die Gewerkschaft verdi fordert für die über 1.000 Pflegekräfte einen Entlastungstarifvertrag – auch um die hohe Personalfluktuation zu reduzieren. Etwa 150 Kräfte verlassen das Klinikum pro Jahr. Da Ersatz in Deutschland nicht zu bekommen ist, sucht die Klinikleitung längst in Rumänien, Ungarn und Südvietnam neues Personal. Last but not least: Von den 104 Unigebäuden sind nur rund 20 nach 1990 gebaut worden. Der Sanierungsbedarf wird auf eine Milliarde Euro geschätzt. Doch der für die Modernisierung erforderliche Masterplan kommt derzeit nicht zustande.

Angesichts der zerfahrenen Situation zeigt sich der eingeschaltete Mediator Bernd Lichtenauer eher skeptisch. Der Rheinischen Post sagte er: „Es ist schon sehr weit gegangen. Und je länger ein Konflikt läuft, umso mehr verengt sich der Blickwinkel. In einer solchen Eskalationsphase ist es schwierig, sich auf eine Mediation zu einigen“. Dabei hält Lichtenauer den Konflikt um die unternehmerische Entwicklung für durchaus lösbar. Das Problem sei, dass der Streit in der Öffentlichkeit ausgetragen werde. Dadurch gebe es Vorwürfe und Gegenvorwürfe. Keiner der Beteiligten lasse die Bereitschaft erkennen, „sich noch einmal zusammenzusetzen und gemeinsam zu überlegen: Was wollen wir, wie können wir das erreichen?“

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 22.01.2018 10:54
Quelle: www.rp-online.de vom 18.12.2017, 7.1.2018 und 15.1.2018

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