Konfliktfähigkeit oder „Kann man ‚richtig streiten‘ lernen?“ (Alexandra Bielecke, ZKM 2017, 177 ff.)

Wir brauchen andere Menschen wie die Luft zum Atmen und sind gleichzeitig die größte Herausforderung füreinander. (Wie) Kann man es schaffen, den eigenen Standpunkt klar und deutlich zum Ausdruck zu bringen, ohne das Gegenüber zu verletzten oder aber die eigenen Interessen und Bedürfnisse aus dem Blick zu verlieren? Ist Konfliktfähigkeit erlernbar?

Konflikte fordern uns im tiefsten Inneren heraus – rein rational betrachtet, handelt es sich bei Streitigkeiten ja nur um Missverständnisse, Unterschiede in der Wahrnehmung und Bewertung einer Situation oder ungleiche Erwartungen im täglichen Miteinander, die sich schnell und einfach klären lassen müssten. Dennoch denken wir an schwierige Situationen oftmals emotionaler mit einem Kloß im Magen und möchten sie entweder vermeiden oder aber mit Pauken und Trompeten direkt in den Gegenangriff übergehen. So kommt es auch, dass wir – statt mutig und offen Unterschiede anzusprechen – den Ärger lächelnd herunterschlucken, das Miteinander meiden oder uns das Zusammensein (un-)bewusst gegenseitig zur Hölle machen. Die gute Nachricht ist, dass wir in jeder der genannten Konfliktlösungsvarianten im Kontakt mit unserem schwierigen Gegenüber bleiben. Aber würden wir auch sagen, dass wir die angespannte Situation kompetent gelöst hätten?

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Konfliktfähigkeit – einer Kompetenz, die in jeder Stellenausschreibung als Grundvoraussetzung benannt wird, die in beruflichen und privaten Situationen ein Überlebenselixier darstellt und die dennoch so unerreichbar weit weg scheint, wenn wir uns zutiefst missverstanden und gekränkt fühlen. Hierfür wird einerseits eine Art Begriffsbestimmung vorgenommen. Zum anderen werden Einflussfaktoren benannt, die eine Herausforderung für die Konfliktfähigkeit darstellen. Nicht zuletzt werden sieben Fähigkeiten herausgearbeitet, die je nach Situation und Gegenüber relevant sind und die aus schwierigen Situationen herausführen können.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 04.12.2017 15:44

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