Irland verabschiedet Mediation Act 2017

Das irische Parlament hat am 2. Oktober 2017 den Mediation Act 2017 mit dem Ziel verabschiedet, Mediation in Irland stärker zu fördern.

Irland führt mit dem Mediation Act 2017 eine zwingende Mediationsberatung ein. Rechtsanwälte (Solicitors) haben die Pflicht, ihre Mandanten auf die Möglichkeiten der außergerichtlichen Konfliktlösung mit Hilfe einer Mediation hinzuweisen und zu beraten, bevor der Gerichtsweg eingeschlagen wird. Dafür müssen sie den Mandanten allgemeine Kontaktinformationen von Mediatoren zukommen lassen. Über die Mediationsberatung wird eine Bescheinigung ausgestellt, die vom Anwalt und vom Mandanten unterzeichnet werden muss. Kommt es zur Klage, muss die Bescheinigung dem Gericht vorgelegt werden, ansonsten wird das Verfahren ausgesetzt.

Auch während des Gerichtsverfahrens kann nach dem Mediation Act 2017 jederzeit eine Mediation durchgeführt werden. Weist das Gericht die Konfliktparteien auf eine Mediation hin und eine der Parteien weigert sich, daran teilzunehmen, kann dies Berücksichtigung in der Kostenentscheidung des Gerichts finden. Laufenden Verjährungsfristen werden mit der Unterzeichnung einer Mediationsvereinbarung unterbrochen. Die Mediationsvereinbarung muss unter anderem die Art und Weise der Mediation, die Vertraulichkeit des Verfahrens, Ort und Kosten sowie den Zeitpunkt der Mediation regeln.

Der irische Mediation Act 2017 gilt für Zivilverfahren. Er gilt nicht für arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen, Steuerstreitigkeiten oder gerichtliche Überprüfungsverfahren.

Den ausführlichen irischen Mediation Act 2017 finden Sie hier.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 21.11.2017 08:48
Quelle: www.irishstatutebook.ie

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