20 Jahre außergerichtliche Konfliktlösung - Eine Würdigung aus der Innenperspektive (Arnim Rosenbach ZKM 5/2017, 168 ff.)

Die außergerichtliche Konfliktlösung ist mittlerweile ein weites Feld. Der vorliegende Aufsatz unternimmt aus Anlass des Jubiläums den Versuch, die wesentlichen Entwicklungen der letzten 20 Jahre nachzuzeichnen. Die Perspektive des Autors ist die eines Mediators und Rechtsanwalts, der praktisch im gleichen Zeitraum dem Vorstand des Bundesverbands Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt e.V. (BMWA) angehörte.

I. Die außergerichtliche Konfliktlösung – ein breites Spektrum

Die außergerichtliche Konfliktlösung hat sich mittlerweile stark ausdifferenziert. In systematischer Hinsicht wird unterschieden: Konfliktlösung in klassischen parteiliche Verhandlungen mit oder ohne Einschaltung von Rechtsanwälten oder anderen Beratern. Innerhalb dieses Spektrums hat die sog. Collaborative Practice (Cooperative Praxis) erhebliche Aufmerksamkeit erfahren.

Die Einbeziehung eines gemeinsamen Dritten in die Klärung differenziert nach der Aufgabe des Dritten. Bei einer mehr „fördernden“ Aufgabenstellung sind Moderation, Mediation und Klärungshilfe zu nennen. Besteht die Aufgabe in einer orientierenden Bewertung, stehen die Verbraucherstreitbeilegung, Schlichtung, sog. „Dispute Review Boards“ sowie die frühzeitige neutrale Bewertung oder auch „simulierte Gerichtsverhandlungen“ (Mini Trial“) zur Verfügung.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 23.10.2017 10:10

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