Aktuelle Studie zur Adjudikation als Verfahren der außergerichtlichen Konfliktlösung im Bauwesen

Kommt es bei Bauprojekten zu Konflikten, ist das außergerichtliche Streitbeilegungsverfahren der Adjudikation ein geeignetes Verfahren, um Verzögerungen oder gar Baustillstände abzuwenden und so finanzielle Schäden zu vermeiden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Instituts für Technologie und Management im Baubetrieb des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), die im Auftrag des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie erstellt wurde.

Das außergerichtliche Streitbeilegungsverfahren der Adjudikation ist laut Studie deshalb so effektiv, weil die Baubeteiligten an die Entscheidung des Adjudikators vorläufig gebunden sind und damit die Planungssicherheit im Projektverlauf wiederhergestellt wird. Später kann die Entscheidung vor Gericht überprüft werden. Dies erhöhe die Akzeptanz für diese Form der Streitbeilegung deutlich. Weitere Vorteile der Adjudikation seien die kurze Verfahrensdauer, die geringen Verfahrenskosten auch bei höheren Streitwerten, die Fachkompetenz der Adjudikatoren als Streitlöser, die Vertraulichkeit des Verfahrens, die Möglichkeit des Ausgleichs von Machtpositionen während der Projektabwicklung sowie die mögliche deeskalierende Wirkung.

Adjudikationsverfahren sind laut Studie sowohl für große als auch für kleinere Bauprojekte sinnvoll. So sei die Einrichtung eines sogenannten Standing Board, das bedeutet, ein Adjudikator oder ein Gremium begleitet das Bauprojekt durch alle Phasen, ab einem Projektvolumen von 15 Mio. Euro wirtschaftlich. Bei kleineren Projekten könne auf das Ad-hoc-Verfahren zurückgegriffen werden, das erst im konkreten Konfliktfall installiert werde. Für die Ausgestaltung des Adjudikationsverfahrens stünden den Vertragspartnern bereits Adjudikationsordnungen mit den wesentlichen Parametern zur Verfügung.

Die ausführliche Studie "Möglichkeiten und Grenzen der Adjudikation als Verfahren der außergerichtlichen Konfliktlösung im Bauwesen" finden Sie hier.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 10.10.2017 09:57
Quelle: Pressemitteilung Hauptverband der Deutschen Bauindustrie vom 18.9.2017

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