Versicherungsombudsmann Jahresbericht 2016: Rechtsschutzversicherer erstmals auf Spitzenplatz

Ende Mai hat der Ombudsmann für Versicherungen, Prof. Dr. Günter Hirsch, in Berlin seinen neuen Jahresbericht vorgelegt. Danach sind im Jahr 2016 bei der Schlichtungsstelle die Rekordzahl von 14.659 zulässige Beschwerden eingegangen – damit 6,2 % mehr als im Jahr 2015. Erstmals seit der Gründung der Schlichtungsstelle führen Beschwerden über Rechtsschutzversicherungen das Ranking an.

Etwa 200 Beschwerden über Rechtsschutzversicherungen erreichten 2016 den Versicherungsombudsmann. Die Beschwerden betrafen hauptsächlich die Ablehnung von Kostendeckung für Gerichtsverfahren im Rahmen der VW-Abgas-Affäre in denen mehr als eine Nachbesserung verlangt worden war. Zur Begründung führten diese fehlende Erfolgsaussichten oder mutwillige Rechtsverfolgung an, da VW eine Nachbesserung der betroffenen Fahrzeuge zugesagt habe und weitergehende Ansprüche der Käufer nicht bestehen würden. Soweit in den Verträgen vorgesehene Stichentscheide und Schiedsgutachten zu einer anderen Auffassung gelangten, bestritten die Unternehmen deren Bindungswirkung. Bis auf einen Sonderfall wurden alle Beschwerden – überwiegend durch Schlichtungsvorschläge und Empfehlungen – beendet.

Die  zulässigen Beschwerden über Rechtsschutzversicherungen stiegen bei der Betrachtung der Sparten insgesamt auf 36,4 % (Vorjahr: 32,3 %). Damit überstiegen diese Beschwerden erstmals die Beschwerden über Lebensversicherung. Die Beschwerden in der Kfz-Kaskoversicherung stiegen um 9,2 % auf nunmehr 969. Im Berichtsjahr wurden 14.288 (Vorjahr: 14.014) zulässige Beschwerden abschließend bearbeitet. Zusammen mit den unzulässigen und von den Beschwerdeführern nicht weiterverfolgten Vorgängen wurden 19.115 Verfahren beendet. Die durchschnittliche Verfahrensdauer der zulässigen Beschwerden konnte auf 2,8 (Vorjahr: 3,0) Monate gesenkt werden.

Die Anpassung der Satzung und Verfahrensordnungen des Vereins an die Vorgaben des Verbraucherstreitbeilegungsgesetzes warf keine Probleme auf. Entsprechend dem Gesetz wird dem Schlichtungsvorschlag größere Bedeutung beigemessen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Verfahren nun auch mit einem Vorschlag zur gütlichen Einigung beendet werden. Erste Erfahrungen zeigen laut Versicherungsombudsmann, dass die Mitgliedsunternehmen dieser Tendenz positiv gegenüberstehen.

Den ausführlichen Bericht des Versicherungs-Ombudsmanns finden Sie hier.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 12.06.2017 18:38
Quelle: PM Versicherungsombudsmann vom 23.5.2017

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