EU-Justizbarometer 2017: Verbraucher nutzen vermehrt ADR

Die Europäische Kommission hat kürzlich das EU-Justizbarometer 2017 veröffentlicht, das einen vergleichenden Überblick über Effizienz, Qualität und Unabhängigkeit der Justizsysteme in den EU-Mitgliedstaaten gibt.

Ein wichtiges Ergebnis des Justizbarometers 2017 ist, dass im Vergleich zu den Vorjahren die freiwillige Nutzung alternativer Streitbeilegungsmethoden allgemein zugenommen hat. Die erhebliche Anzahl von Beschwerden, die über die im Jahr 2016 neu eingerichtete Online-Streitbeilegungs-Plattform (OS-Plattform) eingereicht wurden, weist danach auf die hohe Bereitschaft der Verbraucher hin, alternative Methoden der Streitbeilegung anzuwenden. Dabei wendeten sie sich in den meisten Mitgliedstaaten überwiegend mit grenzüberschreitenden Streitigkeiten an die OS-Plattformen. In allen Mitgliedstaaten wird ADR, etwa mit öffentlichen Kampagnen oder Broschüren, gefördert und angeregt.

Das Justizbarometer 2017 hat auch erstmals untersucht, welche Kanäle Verbraucher nutzen, um sich über Unternehmen zu beschweren: Am häufigsten werden öffentliche Behörden kontaktiert, gefolgt von Gerichten und außergerichtlichen Stellen.

Interessant sind weiterhin die Ergebnisse des Justizbarometers 2017 hinsichtlich der Verfahrensdauer bei den Gerichten. Hier hält die positive Entwicklung der letzten Jahre an. Die Länge der Zivil- und Handelsgerichtsverfahren hat sich weiter in den meisten Mitgliedstaaten verkürzt.

Das ausführliche Justizbarometer 2017 mit allen weiteren Ergebnissen finden Sie auf der Homepage der EU-Kommission.

Hintergrund: Das Justizbarometer soll die nationalen Behörden dabei unterstützen, die Effizienz ihrer Justizsysteme zu verbessern. Im Mittelpunkt des Justizbarometers stehen hauptsächlich zivil-, handels- und verwaltungsrechtliche Streitigkeiten. Bei der Erstellung des Barometers werden verschiedene Informationsquellen genutzt. Die wichtigsten Datenquellen werden von der Kommission des Europarats für die Wirksamkeit der Justiz (CEPEJ) zur Verfügung gestellt. Weitere Datenquellen sind unter anderem europäische Netze wie das Europäische Netz der Räte für das Justizwesen und das Netz der Präsidenten der obersten Gerichtshöfe der EU, der Rat der Anwaltschaften der Europäischen Union (CCBE) und verschiedene Ausschüsse in bestimmten Bereichen des EU-Rechts.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 24.04.2017 09:15
Quelle: PM EU-Kommission vom 10.4.2017

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