EU-Vergleichsstudie: Wie bewerten Verbraucher Ombudsverfahren?

Innerhalb der EU wird das Ombudsverfahren sehr unterschiedlich praktiziert. Eine aktuelle Vergleichsstudie von Naomi Creutzfeld (University of Westminster) bringt interessante Einsichten zur Situation des Ombudsverfahrens in Deutschland, England und Frankreich.

Die Studie dokumentiert die unterschiedlichen Verbrauchererwartungen an ein Ombudsverfahren in den drei Ländern. Sie zeigt etwa auf, dass der Erstkontakt und die Kommunikation zwischen Ombudsstelle und Verbraucher wichtig für den Verlauf des weiteren Verfahrens sind.

Ein interessantes Ergebnis der Studie ist auch, dass es bei der Beurteilung der Ombudsstellen eine deutliche Diskrepanz zwischen öffentlichen und privaten Ombudsstellen gibt. Bei der öffentlichen Ombudsstelle akzeptieren laut Studie nur rund 10 Prozent der Verbraucher das Ergebnis des Verfahrens, bei den privaten Ombudsleuten liegt die Akzeptanz bei 42 Prozent. Verbraucher haben bei den öffentlichen Ombudsstellen den Eindruck, dass diese mehr nach dem Gesetz arbeiten. Den privaten Ombudsstellen attestierten sie ein „höheres Niveau“. Als Gesamteindruck hält die Studie fest, dass die Verbraucher das Ombudsmannverfahren insgesamt als sehr fair empfinden.

Die Studie "Trusting the middle-man: Impact and legitimacy of ombudsmen in Europe“ sowie weitere interessante Informationen finden Sie hier.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 08.11.2016 14:08
Quelle: Redaktion Centrale für Mediation

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