Schiedsfälle vor dem ICC-Schiedsgerichtshof legen 2015 erneut zu

Insgesamt waren an den 801 Verfahren 2.283 Parteien beteiligt, in rund 30 Prozent der Verfahren handelt es sich um Mehr-Parteien-Streitigkeiten. Der durchschnittliche Streitwert stieg von 63 Millionen US-Dollar auf 84 Millionen US-Dollar, der Gesamtwert aller neu eingereichten ICC-Schiedsverfahren belief sich 2015 auf 286 Milliarden US-Dollar.

Rund ein Viertel der Schiedsfälle entfiel auf Bauprojekte und den Maschinenbau, aus dem Energiebereich kamen knapp 20 Prozent. In 13 Prozent der neu eingereichten Fälle war ein Staat oder Staatsunternehmen beteiligt.

Die Schiedsrichter kamen im letzten Jahr aus 77 verschiedenen Ländern, die beteiligten Parteien aus 133 Ländern. Die meisten Parteien  kommen aus den Vereinigten Staaten, deutlich zugenommen haben Schiedsfälle mit Parteien aus Australien, China und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bei den Schiedsrichtern liegt Großbritannien mit 185 Benennungen auf Platz 1, genauso viele Benennungen wie  insgesamt aus Lateinamerika. Deutschland belegt weltweit hinter den Vereinigten Staaten (133), der Schweiz (111), Frankreich (97), mit 90 benannten Schiedsrichtern den fünften Platz.

2015 hat die ICC erstmals das Geschlecht der Schiedsexperten veröffentlicht. In 10 Prozent wurden Frauen als Schiedsrichter benannt. Dabei waren die Parteien weniger dazu bereit, Frauen als Schiedsrichter auszuwählen, als der ICC-Schiedsgerichtshof selbst.

Die Vollversion des statistischen Berichtes für das Jahr 2015 wird in der nächsten Ausgabe des ICC Bulletin veröffentlicht. 

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 20.06.2016 16:22
Quelle: PM ICC vom 13.6.2016

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