S-21-Schlichtung im Focus der Wissenschaft

Forscher der Universität Konstanz haben in einem interdisziplinären Projekt die Schlichtungsprotokolle der Stuttgart-21-Schlichtung ausgewertet. Ende letzter Woche stellten sie in einem Abschlussworkshop in Stuttgart ihre Ergebnisse vor.

Politikwissenschaftler, Linguisten und Informatiker der Universität Konstanz haben interdisziplinär drei Jahre lang in einem Projekt mit dem Titel „VisArgue“ geforscht, wie die Analyse und Visualisierung von politischen Verhandlungen funktionieren kann. Unterstützt wurden sie dabei durch das Bundesforschungsministerium.

Die S-21-Schlichtung eignete sich gut für dieses Projekt, da es eine umfangreiche Dokumentation zu den Diskussionen gibt. Grundlage der Forschungsarbeit waren 9.900 Redebeiträge und zahlreiche Protokolle zur S-21-Schlichtung. Die Forscher nutzen dafür aber nicht die offiziellen Protokolle. Diese seien oft von Füllwörtern bereinigt, die aber für die Zwischentöne große Bedeutung haben könnten, so Linguistikprofessorin Miriam Butt. Als Beispiel führte sie die von Heiner Geissler immer wieder verwendete Bekräftigungsformel „nicht wahr“, die erkennen lasse, dass er bemüht war unter den Konfliktparteien eine gemeinsame Ebene zu finden. Anhand von rund 50 Kriterien wurden die wortgetreuen Protokolle analysiert. Als Resümee stellte Butt fest, dass die S-21-Schlichtung eine gelungene Sache war.

Weitere Informationen zum Projekt „VisArgue“ finden Sie hier.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 22.02.2016 15:08
Quelle: www.stuttgarter-zeitung.de

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