Forschungsgruppe Mediation (ForMed)

Seit einigen Jahren wird Mediation auch in Deutschland wissenschaftlich erforscht. Die Aktivitäten sind oft noch verstreut, finden an unterschiedlichen Orten und Lehrstühlen statt.

Mediation wird einerseits noch selten und andererseits mit sehr unterschiedlichen Fragestellungen untersucht, so dass Wissenschaftler, ob institutionell angebunden oder frei, oft nur wenig voneinander wissen, geschweige denn sich gegenseitig fördern oder unterstützen könnten.

Seit 2010 existiert eine Initiative, deren Anliegen darin besteht, Forschungsaktivitäten zur Mediation zu bündeln und die Entwicklung einer Mediationsforschung systematisch zu begleiten.

Die Forschungsgruppe Mediation (kurz: ForMed) bringt in ihren Kolloquien Wissenschaftler/innen aus unterschiedlichen Städten, Disziplinen und Hochschulen zusammen und lädt sie dazu ein, Forschung zur Mediation regelmäßig und in einem von Parteiinteressen freien Rahmen zu thematisieren, Mediation anhand eigener Forschungsarbeiten inhaltlich und methodisch zu diskutieren und Perspektiven anderer Wissenschaftler in den eigenen Forschungsprozess mit einzubeziehen.

Das Spektrum der bisher behandelten und auf den Kolloquien diskutierten Fragestellungen und Zugänge ist groß. Teils geht es um empirisch zu erforschende sowie theoretisch zu bestimmende einzelne Aspekte des Verfahrens wie z.B. paraphrasierende Äußerungen in Mediationsgesprächen, das Neutralitätspostulat in der Mediation, das Facework des Vermittlers oder Empathie. Teils geht es um größere Zusammenhänge, wie Mediation als Subjektivierungspraxis, die Wirkung von Mediation in Intergruppenkonflikten, die Effekte von Peermediation auf Konflikthandeln in außerschulischen Sozialbeziehungen, Gerechtigkeitsnormen in der Mediation oder die Bestimmung von Erfolgsprädiktoren in der Mediat, um nur einige Themen zu nennen.

Durch die Begegnungen von Themen und Forscher/innen wächst so kontinuierlich eine wissenschaftliche Community, die sich auch außerhalb der Kolloquien gegenseitig Unterstützung leistet, bei Forschungsvorhaben in ganz unterschiedlichen Stadien (von wissenschaftlichen Projekten, Masterarbeiten über Dissertationen bis Habilitationen), die gemeinsam an Forschungsparadigmen arbeitet und neue Publikationen vorbereitet.

Nach dem Jubiläumskolloquium im Juni dieses Jahres an der Universität Hamburg, ist das 11. Kolloquium der Forschungsgruppe an der Universität Bielefeld in Planung. Informationen dazu und Zugang zum Newsletter erhalten Sie auf unserer Homepage www.forschungsgruppe-mediation.de.

Im Namen des Leitungsteams sind Sie herzlich zu Begegnung und Mitwirkung eingeladen!

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 09.11.2015 18:32
Quelle: Dr. Katharina Kriegel-Schmidt, Vertretungsprofessur Lehrstuhl Interkulturalität, BTU-Cottbus

zurück zur vorherigen Seite