Altlastensanierung Sattler erfolgreich abgeschlossen

Am 26. September 2015 wurde in Schonungen bei Schweinfurt der erfolgreiche Abschluss einer der bisher größten Altlastensanierungen in Bayern gefeiert.

Mitten im Ortskern von Schonungen, eine Gemeinde mit rund 8.000 Einwohnern, gab es als Folge des Betriebs der früheren Farbenfabrik „Sattler“ eine massive Schwermetallbelastung durch rund 500 t Arsen, Kupfer und Blei, teilweise bis auf eine Tiefe von 9 m, die aus Gründen des Gesundheits- und Umweltschutzes zwingend entfernt werden mussten. Darüber hinaus war im Bereich einer früheren Reinigung ein grundwassergefährdender LHKW-Schaden zu sanieren.

Im Rahmen der Sanierungsarbeiten wurden rund 140.000 t belasteten Erdreich aus dem Boden geholt und umweltverträglich entsorgt. Die Gesamtdauer der Maßnahmen einschließlich Voruntersuchungen lag bei fast 15 Jahren. Die Gesamtkosten von rund 46 Mio. € fallen im Wesentlichen dem Freistaat Bayern zur Last, mit einer moderaten Eigenbeteiligung der betroffenen Eigentümer. Die Sanierung wurde mit einer wesentlichen städtebaulichen Aufwertung, teilweise Neugestaltung des Sanierungsgebietes verbunden.

Die Sanierung wurde über mehr als 8 Jahre hin durch ein formelles Bürgerbeteiligungsverfahren begleitet und unterstützt. In einer durch einen Mediator geleiteten Projektgruppe mit den Vertretern aller beteiligten Behörden, der Gemeinde Schonungen und der Bürgerinitiative „ Solidargemeinschaft umweltbewusster Bürger e.V.“ als Bevollmächtigte der Mehrzahl betroffener Eigentümer wurden in 34 Projektgruppensitzungen alle Fragen und Probleme im Zusammenhang mit der Altlastensanierung gemeinsam beraten und geklärt, eine gemeinsame Sanierungskonzeption und die zur Durchführung der Sanierung erforderlichen Verträge entwickelt, die Maßnahmen bei der Sanierungsplanung, Auftragsvergabe, Sanierungsdurchführung und beim Sicherungsabschluss konsultierend begleitet und Empfehlungen erarbeitet.

Über die Vorbereitung, Leitung, Protokollierung und pressemäßige Verarbeitung der Projektgruppensitzungen hinaus war es auch Aufgabe des Mediators, die immer wieder bei Einzelfragen auftretenden Konflikte zwischen den Beteiligten lösen zu helfen.

Die Arbeit in der Projektgruppe war stets sehr kontrovers; sie führte im Ergebnis jedoch zu ausgezeichneten Ergebnissen, einerseits hinsichtlich der vertraglichen Grundlagen der Sanierung, der Sanierungsplanung und der technischen Durchführung, andererseits hinsichtlich der Bürgerfreundlichkeit, frühzeitige Information und Beteiligung der Bürger und auf die Einhaltung höchstmöglicher Standards zur Verhinderung gesundheitlicher Gefährdungen.

Die Vertreter der Bürgerinitiative sahen im Beteiligungsverfahren eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg der Sanierung insgesamt.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 05.10.2015 14:59
Quelle: Mitteilung RA und Mediator Dr. Frank H. Schmidt, Nürnberg, vom 29.9.2015

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