Erfolgsmodell Familiengerichtshilfe in Österreich

Seit einem Jahr kann die Familiengerichtshilfe in Österreich landesweit in Anspruch genommen werden. Ihre Aufgabe ist, das Gericht sowie die Eltern und Kinder in familienrechtlichen Verfahren zu unterstützen. Bereits im Jahr 2012 wurde sie als Modellversuch an vier österreichischen Bezirksgerichten eingeführt, ein Jahr später erfolgte aufgrund der positiven Erfahrungen die gesetzliche Verankerung.

Im vergangenen Jahr wurde die österreichische Familiengerichtshilfe in über 1.400 Fällen eingesetzt. Bei rund einem Drittel der Fälle konnte dadurch eine einvernehmliche, rasche Lösung im Sinne aller Beteiligten gefunden werden. Bei der Familiengerichtshilfe arbeiten derzeit 210 Mitarbeiter. Diese sind ausgebildete Sozialarbeiter, Psychologen und Pädagogen, von denen viele über Zusatzqualifikationen im Bereich der Psychotherapie und Mediation verfügen, wodurch noch besser auf individuelle Bedürfnisse eingegangen werden kann.

Die von bzw. in Zusammenarbeit mit der Familiengerichtshilfe erarbeiteten Lösungen können als Entscheidungsgrundlage für die Gerichte herangezogen werden. Einer der Haupttätigkeitsbereiche ist die Koordination und Betreuung der praktischen Umsetzung von Umgangsregelungen. Die sog. Besuchsmittler betreuen die Übergabe des Kindes von einem Elternteil zum anderen und klären zu sämtlichen Modalitäten des Verfahrens auf.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 16.09.2015 07:10
Quelle: www.justiz.gv.at

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