VKI bereitet Sammelschlichtung für Stop-Loss-Geschädigte vor

Der österreichische Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat aktuell Verbraucher zur Teilnahme an einer Verbrauchersammelschlichtung aufgerufen. Betroffen sind Kreditnehmer, die Geldverluste durch die Freigabe des Schweizer Frankenkurses am 15. Januar erlitten haben, weil der Fremdwährungskredit mit einer Stop-Loss-Order abgesichert war.

Die Banken hatten Kunden in den vergangenen Jahren häufig zu Stop-Loss-Orders geraten, um genau diese Situation abzusichern. Doch die Stop-Loss-Orders erwiesen sich als ungeeignet. Die Banken haben die Kunden nicht bei deren Limit – in der Regel knapp unter 1,20 (z.B. 1,19) – konvertiert, sondern zum schlechtesten Kurs oder bestenfalls zu 1:1. Die Kreditnehmer haben dadurch eine Verteuerung des endfälligen Kapitalbetrages um rund 15-20 Prozent erfahren.

„Dieser Ratschlag der Stop-Loss-Orders erwies sich in der Praxis als Brandbeschleuniger und war ein falscher Rat der Banken. Dafür müssen sie ihren Kunden Schadenersatz anbieten. Die Banken sollten die Differenz zwischen dem realen Konvertierungskurs und dem Kurs bei Abschluss der Stop-Loss-Vereinbarung (i.d.R. um die 1,20) dem Kreditsaldo abziehen“, sagt Dr. Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht im VKI.

Bis zum 15.3.2015 konnten sich Geschädigte beim VKI zur Sammelschlichtung gegen einen Beitrag von 100 Euro anmelden. Weiter Informationen unter www.verbraucherschlichtung.at.
 

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 08.04.2015 11:00
Quelle: PM VKI vom 11.3.2015

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