Einigung beim Mediationsverfahren zum Repowering von Windanlagen

In der Hellwegbörde, dem größten Vogelschutzgebiet in Nordrhein-Westfalen, sollen ältere Windanlagen gegen neue ersetzt werden. Aufgrund der daraus resultierenden Probleme zwischen Naturschutz und Windenergiebranche wurde auf Initiative des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums ein Mediationsverfahren eingeleitet, das nun abgeschlossen ist.

In mehreren Runden hatten Behörden, Vogelschützer und Windbranche in den vergangenen zwei Jahren über die Probleme diskutiert. Nun wurde eine Vereinbarung zwischen Vertretern der Windenergiebranche, des Natur- und Artenschutzes sowie des Kreises Soest und der Bezirksregierung Arnsberg getroffen, durch die mögliche Konflikte zukünftig vermieden oder früher gelöst werden sollen.

Rund 250 Windenergieanlagen stehen im und unmittelbar am Vogelschutzgebiet. Viele der Windparks stammen aus der Zeit vor Ausweisung des Vogelschutzgebietes. Die Landesregierung hat in ihrem Windenergieerlass FFH- und Vogelschutzgebiete zwar als Tabuzonen für neue, zusätzliche Windräder eingestuft, alte Anlagen sollen die Betreiber aber durch leistungsstärkere Windräder ersetzen können. Solche Vorhaben scheitern zum Teil daran, dass Projektplaner die größeren neuen Windenergieanlagen an für den Vogelschutz problematischen Standorten bauen wollen. Die Bezirksregierung Arnsberg und der Kreis Soest als zuständige Genehmigungsbehörden wollen bei ihren Entscheidungen auch die Stellungnahmen der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) berücksichtigen. Die ABU sieht Windenergie- Projekte im Vogelschutzgebiet kritisch: Die Vögel genießen in diesen Gebieten einen besonderen Schutz.

Auch wenn sich die Mediationsteilnehmer einig sind, dass für den schlechten Zustand des Vogelschutzgebietes andere Faktoren hauptursächlich sind, soll es laut Mediationsvereinbarung beim Repowering in Zukunft besser laufen: Planer und Vogelschützer sollen sich frühzeitiger miteinander abstimmen. Die ABU beteiligt sich zu Beginn an der Standortsuche und arbeitet selbst an Vorschlägen mit. Der Energie.DialogNRW der EnergieAgentur.NRW wird das Vorgehen koordinieren und auf Kommunen zugehen, die für Repowering-Projekte in Frage kommen. In der auch von Kreis und Bezirksregierung mitgetragenen Vereinbarung heißt es, dass im Vogelschutzgebiet keine Standorte für zusätzliche Windenergieanlagen ausgewiesen werden sollen. Sollten keine anderen Flächen für das Repowering gefunden werden, können im Einzelfall andere Zuschnitte oder Erweiterungen der vorhandenen Konzentrationszonen in Betracht kommen.

Die Vertreter der Windenergieseite begrüßten das positive Bekenntnis der Mediationsvereinbarung zum Repowering. Der Erfolg der Vereinbarung lasse sich jedoch erst anhand der tatsächlich umgesetzten Projekte bewerten.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 23.03.2015 08:08
Quelle: PM Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen vom 11.2.2015

zurück zur vorherigen Seite