Oxford Consumer ADR Conference

An der Universität Oxford fand Ende Oktober die Konferenz „Consumer Dispute Resolution - Implementing the direktive“ statt. 

Diese Veranstaltung brachte Politiker, Regulierungsbehörden, Ombudsmänner, ADR-Stellen, Wissenschaftler, interessierte Verbraucher und Unternehmen aus verschiedenen europäischen Staaten zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die EU-ADR-Richtlinie 2013/11/EU in den einzelnen Mitgliedstaaten umgesetzt wird.

Die Konferenzteilnehmer waren sich einig, dass die ADR-Richtlinie ein wichtiger Fortschritt in der Beilegung von Verbraucherrechtsstreitigkeiten in ganz Europa ist. Bei diesen Fällen handele es sich in der Regel um „kleine Streitigkeiten“, die in einem traditionellen Gerichtssystem selten effektiv geregelt werden könnten.

Primäre Motivation bei der Umsetzung der ADR-Richtlinie sei, die Lage der EU-Wirtschaft zu verbessern und es gleichzeitig Verbrauchern zu ermöglichen, Rechtsprobleme mit Unternehmen schnell, kostengünstig und effektiv zu lösen. Im Rahmen der Veranstaltung wurde festgestellt, dass die jeweiligen nationalen ADR-Systeme sehr unterschiedlich sind. Die Experten in Oxford sprachen sich gegen eine Einebnung dieser Unterschiede im Rahmen der nationalen Umsetzung der ADR- Richtlinie aus.

Alle EU-Mitgliedstaaten, die auf dieser Konferenz berichteten, haben Pläne, ein „Rest-ADR-System“ für die Konfliktfälle einzuführen, bei denen es keine branchenspezifischen ADR-Angebote gibt. Bei der Umsetzung der Richtlinie sei es wichtig, dass ADR-Angebote durch nationale Portale besser zusammengefasst und gekennzeichnet werden. ADR für Verbraucher weiterhin ein freiwilliges Verfahren sein. Ebenso für die meisten Unternehmen. Man solle den Druck auf die Unternehmen allerdings erhöhen, damit diese sich den außergerichtlichen Streitbeilegungssystemen anschließen.

Einige EU-Mitgliedstaaten nehmen die Implementierung der ADR-Richtlinie in nationales Recht zum Anlass, ihre nationalen ADR-Angebote zu überprüfen und möglicherweise neue Modelle für die außergerichtliche Streitbeilegung einzuführen.

Für die Teilnehmer des Kongresses stellen sich in den nächsten Jahren zwei wesentliche Herausforderungen: Erstens die Zahl der Unternehmen zu erhöhen, die sich bereit erklären an ADR-Verfahren teilzunehmen und zweitens die Professionalität der ADR-Angebote auszubauen und zu gewährleisten.

Ausführliche Informationen zur Oxford Consumer ADR Conference finden Sie hier.

 

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 11.12.2014 09:36
Quelle: www.csls.ox.ac.uk

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