KuSS befriedet Zeitarbeitsbranche seit zwei Jahren

Eine Erfolgsquote von 97,7 Prozent ist die bisherige Bilanz der Kontakt- und Schlichtungsstelle (KuSS) für die Zeitarbeitsbranche.

Vor zwei Jahren hat der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) das Beschwerdesystem eingeführt, das als unabhängiges Gremium die Einhaltung des iGZ-Ethikkodexes kontrolliert. Seitdem konnte die KuSS in nahezu allen Fällen eine Einigung herbeiführen, ohne dass dazu ein Arbeitsgericht eingeschaltet werden musste.

Der iGZ-Ethikkodex ist die Basis der KuSS-Arbeit. In ihm haben die iGZ-Mitglieder festgehalten, wie sie sich im Umgang mit Bewerbern, Mitarbeitern, Kunden, Konkurrenten und öffentlichen Institutionen verhalten wollen. Überwacht wird die Einhaltung dieser Regeln durch die Kontakt- und Schlichtungsstelle. Der KuSS gehören drei Experten an: Prof. Franz Josef Düwell, Vors. Richter am Bundesarbeitsgericht a.D., Holger Dahl, roland lukas Konfliktlösungen, und Torsten Oelmann, Oelmann Consulting.

An die Kontakt- und Schlichtungsstelle darf sich jeder wenden, der eine Unstimmigkeit mit einem iGZ-Mitgliedsunternehmen hat – unabhängig davon, ob es sich um einen Mitbewerber, einen Arbeitnehmer oder deren Angehörige handelt. Die Kontaktstelle überprüft im ersten Schritt, ob das beschriebene Anliegen gegen den iGZ-Ethikkodex verstoßen könnte. Wenn ja, leitet sie den Fall an die Schlichtungsstelle weiter. Diese spricht mit allen Beteiligten und versucht, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. In 293 der bisher abgeschlossenen Konfliktfälle ist dies gelungen. Das entspricht einer Erfolgsquote von 97,7 Prozent. Lediglich sieben Mal musste sich ein Gericht der Sache annehmen.

Wenn die KuSS zu dem Ergebnis kommt, dass ein iGZ-Mitglied tatsächlich gegen den eigenen Kodex verstoßen hat, empfiehlt sie dem iGZ-Vorstand Sanktionen, zum Beispiel Geldzahlungen an den Geschädigten. Vereinzelt kam es innerhalb der letzten zwei Jahre auch zu Verbandsausschlüssen, wenn ein besonders schwerwiegender Verstoß vorlag. In den allermeisten Fällen stellte sich jedoch während des Einigungsverfahrens heraus, dass lediglich unachtsam gehandelt wurde.

Die meisten Ethikkodex-relevanten Anfragen, die die KuSS erreichen, drehen sich um Lohnabrechnungen, Branchenzuschläge und die Berechnung von Urlaub und Arbeitszeitkonten. Seit Inkrafttreten des neuen iGZ-DGB-Tarifvertrages, der Änderungen in den Eingruppierungen enthält, ist auch in diesem Bereich die Anzahl der Anfragen gestiegen. Insgesamt nimmt die KuSS monatlich rund 25 Hinweise zu möglichen Verstößen gegen den iGZ-Ethikkodex auf.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 21.05.2014 13:53
Quelle: PM KuSS vom 16.4.2014

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