Studie: Richter und Staatsanwälte bewerten Mediation überwiegend positiv

Die außergerichtliche Mediation wie auch das Güterichtermodell werden von Richtern und Staatsanwälten überwiegend positiv bewertet. Das zeigt eine aktuelle Studie der ROLAND Rechtsschutzversicherung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach.

Die außergerichtliche Mediation halten 68 Prozent der Befragten für ein gutes Modell, das Güterichtermodell findet bei 58 Prozent  Zustimmung. Richter und Staatsanwälte erachten den Einsatz von Mediation insbesondere bei privaten Auseinandersetzungen, wie etwa Familien- oder Nachbarschaftsstreitigkeiten, für sinnvoll. Immerhin 85 Prozent halten bei Nachbarschaftsstreitigkeiten ein Mediationsverfahren gegenüber einem Gerichtsverfahren zur Konfliktbeilegung geeigneter. Bei Sorgerechtsstreitigkeiten sind 67 Prozent der Richter und Staatsanwälte der Meinung, dass sich hier mit Mediation bessere Ergebnisse erzielen lassen. 29 Prozent halten hingegen ein Gerichtsverfahren in diesen Fällen für sinnvoller.

Ambivalenz beim Einsatz von Familien- und Baumediation

Ambivalent ist die Meinung der Befragten über den Einsatz von Mediation bei miet- und arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen: Knapp die Hälfte der befragten Richter und Staatsanwälten halten Mediation für sinnvoll, die andere Hälfte setzt auf ein Gerichtsverfahren zur Konfliktbeilegung. Mit überwiegender Skepsis wird der Einsatz von Mediation bei Ehescheidung (60 Prozent sind für den Einsatz von Mediation, 36 Prozent dagegen) und Auseinandersetzungen um staatliche Baumaßnahmen wie den Bau von Straßen gesehen, hier sprechen sich 70 Prozent der Befragten gegen den Einsatz von Mediation aus- 25 Prozent sind für Mediation.

Mediationskostenhilfe wird überwiegend abgelehnt

Eine staatlich finanzierte Mediationskostenhilfe halten Richter und Staatsanwälte mit 66 Prozent nicht für notwendig, nur 31 Prozent sind für deren Einführung. Auch von denjenigen Richtern und Staatsanwälten, die die außergerichtliche Mediation grundsätzlich positiv bewerten, befürworten lediglich 38 Prozent die Einführung der staatlich finanzierten
Mediationskostenhilfe.

Finanzielles Risiko eines Gerichtsprozesses für Mehrheit der Deutschen zu hoch

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie ist,  dass die Mehrheit der Deutschen einen Gerichtsprozess aufgrund des finanziellen Risikos vermeiden will. Erst ab einem durchschnittlichen Streitwert von 1.950 EUR sind die Deutschen bereit, ein Gerichtsverfahren anzustrengen. Mediation ist für 48 Prozent der Bürger ein gutes Instrument um Streitigkeiten außergerichtlich beizulegen. Dieses Ergebnis dürfte die Rechtsschutzversicherer freuen, die aufgrund stark gestiegener Gerichts- und Anwaltsgebühren ihre Kosten im Rahmen halten müssen und daher verstärkt auf den Einsatz von Mediation setzen.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 22.01.2014 11:23
Quelle: ROLAND Rechtsreport 2014

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