Erfolgreiche Mediation bei Swiss Life Select und VKI

In Österreich haben das Finanzberatungsunternehmen Swiss Life Select und der Verein für Konsumenteninformation VKI im Rahmen einer auch vom Gericht befürworteten freiwilligen Mediation die seit Jahren unter dem Begriff «Sammelklagen» anhängigen Verfahren einvernehmlich beendet.

Vor dem Handelsgericht Wien waren fünf Sammelklagen von 2.500 Geschädigten mit einem Streitwert von rund 40 Mio. Euro gegen das Finanzberatungsunternehmen anhängig. Vorgeworfen wurde Swiss Life Select Sparbuchsparern beim  Vertrieb von Immofinanz- und Immoeast-Aktien mit System falsch beraten zu haben.  Die Anleger, vertreten durch den VKI, einigten sich auf Vorschlag des Handelsgerichts Wien mit dem Finanzberatungsunternehmens auf die Durchführung eines Mediationsverfahrens.

Die Mediation wurde unter der Leitung eines Mediatorenteams durchgeführt. Dem Mediatorenteam gehörte der deutsche Dipl.-Psych. Heiner Krabbe, u.a. Ausbildungsleiter der Centrale für Mediation, die österreichische Juristin Michaela Steinwendner und der österreichische Unternehmensberater Gerhart Conrad Fürst an.

Die geltend gemachten Ansprüche wurden zunächst gemeinsam geprüft. Durch eine vertiefte Diskussion konnte Unterschieden in der Betrachtung der Fälle Rechnung getragen werden. Daraus folgend wurden unberechtigte Ansprüche ausgeschlossen. Vor diesem Hintergrund hat Swiss Life Select für verschieden gelagerte Fallgruppen individuelle Lösungen erarbeitet. Dabei sind bei der Errechnung des Vergleichsbetrages neben spezifischen Anlegermerkmalen auch soziale Aspekte berücksichtigt worden.

Ausgangsbasis der Einigung war ein Differenzschaden in Höhe von 23 Mio. Euro, basierend auf einem Kurs von 3,103 Euro der betroffenen Immofinanzaktien. Die Leistung der Vergleichssumme in Höhe von 11.144.000 Euro wird aufgrund der Abtretung der Ansprüche der Anleger an den VKI vorgenommen. Nach Abzug aller mit den Verfahren verbundenen Kosten inklusive der Quote für den Prozesskostenfinanzierer FORIS gelangen rund 7 Mio. Euro durch den VKI zur Verteilung an die Anleger. Die Zuweisung einzelner Zahlungen durch den VKI erfolgt sodann gemäß der Vereinbarung zwischen VKI und den Anlegern und bildet keinen Bestandteil der Vergleichsvereinbarung.
Im Lichte des Vergleiches wird der Vorwurf der systematischen Fehlberatung nicht aufrechterhalten. Sämtliche im Zuge der «Sammelklage-Verfahren» geltend gemachten Ansprüche der Anleger sind damit abschließend abgegolten.

Der deutsche Prozessfinanzierer FORIS AG hatte für eine Reihe von Klägern die Prozessfinanzierung übernommen und darf sich jetzt über einen nicht unerheblichen Gewinn freuen. Aus den im Rahmen des Vergleichs zu leistenden Zahlungen wird der FORIS AG ein Erlösanteil von rund 2,9 Mio. Euro zufließen, der sich auch unter Berücksichtigung von steuerlichen Effekten deutlich positiv im Ergebnis des Konzerns niederschlagen wird. Zudem erhält die FORIS AG die von ihr übernommenen Verfahrenskosten erstattet, die zu einem weiteren, nicht ergebniswirksamen Mittelzufluss  führen werden. Damit fließen der FORIS AG liquide Mittel im Zusammenhang mit dem Abschluss dieser Verfahren aus Erlösanteil und ausgelegten Kosten von rund 4,5 Mio. Euro zu.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 28.08.2013 09:40
Quelle: PM Foris vom 12.8.2013; www.wirtschaftsblatt.at

zurück zur vorherigen Seite