Großer wirtschaftlicher Erfolg bei der Mediation „Landwehrkanal“

Eine der größten Mediationen Deutschlands wurde nach fünf Jahren mit einem wirtschaftlich erfreulichen Resultat beendet: Die Sanierung des Landwehrkanals in Berlin wird mehr als 100 Millionen Euro weniger kosten als ursprünglich geplant.

Der Mediation vorausgegangen war ein Bürgerprotest im Sommer 2007, als das Wasser- und Schifffahrtsamt beschloss zur Sanierung des Maybachufers 200 Bäume zu fällen. Für 38 Bäume kam jeder Protest zu spät, sie wurden gefällt. Die restlichen Bäume wurden von Anwohner besetzt.
Die Konfliktparteien einigten sich daraufhin auf ein umfangreiches Mediationsverfahren zur Zukunft des innerstädtischen Berliner Landwehrkanals unter der Leitung des Mediationsteams der MEDIATOR GmBH Stefan Kessen und Beate Voskamp (ausführliche Berichterstattung zum Mediationsverfahren finden Sie in der ZKM 2/2010).

25 Konfliktparteien, darunter das Wasser- und Schifffahrtsamt, Umweltverbände, Denkmalbehörden, Bürgerinitiativen und Reedereien, einigten sich nun nach 39 Sitzungen im Mediationsforum auf ein ökologisch nachhaltiges Sanierungskonzept des Berliner Landwehrkanals. Mit Hilfe dieses Konzeptes sollen die exorbitanten Einsparungen zu realisieren sein. So wird beispielsweise das Ufer nicht mit teuren Stahlspundwänden, sondern größtenteils mit Steinaufschüttungen unter Wasser abgestützt. Auch wird auf weitere Baumfällungenverzichtet, wodurch Ersatzpflanzungen eingespart werden können.

Alle Parteien zeigen sich mit diesem ökologisch und wirtschaftlich erfolgreichen Ende der Mediation zufrieden.

Verlag Dr. Otto Schmidt vom 13.03.2013 11:38
Quelle: www.taz.de

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